Provisionen: PKV-Verband fordert staatliche Kontrolle

Der Kampf um Neukunden wird im Bereich der PKV mit harten Bandagen geführt. Neben erheblichen Provisionszahlungen, die Unternehmen an erfolgreiche Vermittler ausschütten, hat zuletzt die Hamburg-Mannheimer für Ärger gesorgt. Der PKV-Verband hat laut „Tagesspiegel“ jetzt eingestanden, dass es rund um die ausufernden Vertriebsmethoden ohne staatliche Unterstützung nicht zu gehen scheint.

Verband für staatliche Regularien

Bislang kamen entsprechende Stimmen nur von einzelnen Unternehmen aus der Branche.

Auf der Jahrestagung des PKV-Verbandes sprach sich Reinhold Schulte jetzt zumindest für „eine maßvolle gesetzliche Regulierung“ aus. In den Augen des Verbandes muss der erhitzte Kampf um Kunden mithilfe übertrieben hoher Provisionen unterbunden werden. Für sich selbst schloss der PKV-Verband aber verbindliche Regelungen aus. Diese würden gegen das „Kartellrecht verstoßen“ und kommen daher nicht in Frage.

Mit seinen Äußerungen hat der Vorsitzende des PKV-Verbandes zwar eindeutig Position bezogen. Allerdings schiebt er die Verantwortung für entsprechende Maßnahmen letztendlich dem Gesetzgeber zu. Und auch wenn auf die Interessen des Verbraucherschutzes verwiesen wird – durch die Untätigkeit des Verbandes hat die Branche weiter freie Hand. Es ist eher nicht damit zu rechnen, dass in Berlin eine schnelle Entscheidung in Bezug auf die ausufernden Provisionen getroffen wird.

Problem lange bekannt

Das Problem mit der Provision für Versicherungsmakler ist bereits seit längerer Zeit der Branche bekannt. Bereits im vergangenen Jahr wiesen Verbraucherschützer auf den Umstand hin, dass einige Gesellschaften für die Vermittlung eines Abschlusse bis zu 18 Monatsbeiträge als Provision ausschütteten. Zusammen mit dem Problem der Umdeckung, also der Vermittlung eines Versicherten in eine neue Versicherung nach kurzer Zeit, ergab sich eine nachteilige Situation für den Verbraucher.

Hohe Provisionen der Versicherer müssen schließlich erst durch die Prämien der Versicherten erwirtschaftet werden. Und durch die Umdeckung besteht die Gefahr, dass ein Versicherungswechsel für Betroffene zum Nachteil wird. Die Forderungen nach gesetzlichen Regelungen sind aufgrund dieser Situation in den letzten Monaten immer lauter geworden.

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