Prognose für die Krankenversicherung

Nach Angaben des aktuellen Gesundheitsmonitors des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH) blicken die Krankenversicherten mit wenig Optimismus in die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens. Über die Hälfte der Befragten erwartet eine Verschlechterung der Bedingungen.

Wem vertrauen die Deutschen im Gesundheitsbereich?

Bei der Frage nach dem eigenen Befinden geben sich die Deutschen nach Angaben des BAH noch optimistischer. Wo hingegen das Vertrauen der Deutschen in den Gesundheitsbereich erfragt wird, deutet sich bereits jetzt Verbesserungsbedarf an. Kliniken und Pflegeinstitutionen liegen mit 25 Prozent Vertrauen an letzter Stelle. Die gesetzliche Krankenversicherung genießt einen Vertrauensvorsprung von zwei Prozent vor der privaten Krankenversicherung, auf die sich immerhin 37 Prozent der Umfrageteilnehmer verlassen. Spitzenreiter auf der Vertrauensskala sind allerdings die Apotheker (66 Prozent), ihnen wird sogar noch häufiger als Ärzten Glauben geschenkt.

Schwindendes Vertrauen in das Gesundheitssystem

Einer Umfrage des MLP Gesundheitsreports aus dem April zufolge halten 79 Prozent der Befragten das Gesundheitssystem derzeit noch für sehr gut. Dennoch glauben auch hier nur 23 Prozent, dass der Gesundheitsbereich in den nächsten zehn Jahren stabil bleiben wird. Die geplanten Kürzungen des Gesundheitsfonds bis 2017 könnten diese Einschätzung erklären. 73 Prozent der Umfrageteilnehmer rechnen außerdem mit steigenden Beiträgen für die gesetzliche Krankenversicherung.

Private Krankenversicherung – bessere Versorgung

In der Untersuchung des MLP kann sich die private Krankenversicherung positiv im Bereich der medizinischen Versorgung von der gesetzlichen Versicherung abheben. Von den gesetzlich Versicherten beschweren sich 57 Prozent über eine verzögerte Terminvergabe und 69 Prozent über lange Wartezeiten in der Arztpraxis. Bei den Privatpatienten ist die Zufriedenheit sichtbar größer. Von ihnen bemängelt lediglich ein Drittel die Terminvergabe und nur 44 Prozent müssen im Wartezimmer viel Sitzfleisch mitbringen. Besonders eklatant sind die Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung im Bereich Behandlungs- oder Arzneimittelkosten. 41 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten glauben, dass ihnen aus Kostengründen Leistungen oder Medikamente vorenthalten werden, während diese Vermutung bei den privat Versicherten lediglich 11 Prozent äußern.
Sowohl der Report des BAH als auch des MLP sehen bei der Politik im Gesundheitsbereich größeren Handlungsbedarf.

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