Private Krankenversicherung: Wird der PKV-Wechsel vereinfacht?

Steht Privatversicherten eine deutliche Erleichterung beim Wechsel ihres privaten Krankenversicherers bevor? Nach Medieninformationen erwägt die CDU, die altersbedingten Rücklagen der Versicherten in einem Pool zu sammeln. So könnten diese von den Versicherten beim Wechsel ohne Probleme zum neuen Anbieter mitgenommen werden. Bisher gibt es dazu unterschiedliche Regelungen.

Private Krankenversicherung: Steht eine Reform bevor?

Die Altersrückstellungen der privaten Krankenversicherung (PKV) stehen seit jeher in der Kritik. Mit ihnen bauen Versicherte ein finanzielles Polster auf, um so hohe Beitragserhöhungen im Alter abzufedern. Doch erst für Verträge ab 2009 können diese bei einem Wechsel des privaten Krankenversicherers mitgenommen werden. So stehen viele Privatpatienten vor dem Problem, dass sie bei ihrem neuen Anbieter erst wieder neue Rückstellungen aufbauen müssen. Das führt oft dazu, dass sich ein PKV-Wechsel zumindest aus finanzieller Sicht kaum lohnt. Die CDU will nun mit einer Reform der privaten Krankenversicherung die Mitnahme der Rückstellungen erleichtern. Das berichtet der aktuelle Spiegel (Ausgabe 40/2013).

CDU: Pool für Altersrückstellungen einführen

Demnach soll die Union prüfen, ob eine Art Pool für die Altersrückstellungen der PKV-Versicherten eingeführt werden soll. Sobald ein Kunde seinen Versicherer wechselt, können die Zugriffsrechte auf den neuen Anbieter übertragen werden. Auf diese Weise gehen die Rückstellungen des Versicherten nicht verloren. Der Gesundheitsexperte der CDU, Jens Spahn, will den Bericht des Magazins allerdings nicht bestätigen. „Ich halte wenig davon, jetzt jeden Tag wie auf dem Jahrmarkt alle möglichen Positionen zu verkünden“, erläutert der Politiker gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Zunächst müssen die anstehenden Koalitionsverhandlungen abgewartet werden, so Spahn weiter.

Private Krankenversicherung: Wechsel soll vereinfacht werden

Bereits 2005 hatten sich CDU und SPD im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, „für die Übertragbarkeit der Rückstellungen zu sorgen“, so der Spiegel. Eine entsprechende Regelung wurde jedoch nur für ab 2009 abgeschlossene Verträge umgesetzt. Gerade langjährig Versicherte, die bereits hohe Rückstellungen gebildet haben, konnten von dieser Entscheidung nicht profitieren. In der kommenden Legislaturperiode könnte sich der PKV-Wechsel nun für sie vereinfachen.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr