Private Krankenversicherung: Wechsel soll einfacher werden

Geht es nach dem neuen Chef des PKV-Verbands, Uwe Laue, dann soll der Wechsel in die private Krankenversicherung künftig erleichtert werden. Derzeit müssen Arbeitnehmer mindestens 52.200 Euro brutto im Jahr verdienen, um von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln zu dürfen. Laue fordert, dass diese Einkommensgrenze deutlich abgesenkt wird.

PKV-Wechsel soll mehr Menschen möglich sein

Uwe Laue ist erst seit 1. Juli 2013 neuer Chef des PKV-Verbands. Doch der Mann weiß, was er will. In einem Interview mit dem Handelsblatt hat Laue nun gefordert, dass die Deutschen künftig schneller in die PKV wechseln können. Während sich etwa Selbständige, Freiberufler und Beamte jederzeit für die private Krankenversicherung entscheiden können, müssen Arbeitnehmer erst ein bestimmtes Jahreseinkommen nachweisen. Erst dann können sie von der gesetzlichen Krankenversicherung zu einem privaten Krankenversicherer ihrer Wahl wechseln.

PKV-Verband: „Mehr Menschen freie Wahl geben“

Der PKV-Verband fordert nun, dass die sogenannte Versicherungspflichtgrenze von derzeit 52.200 Euro brutto im Jahr abgesenkt wird. Eine genaue Zahl nannte Laue nicht. Diese festzulegen sei eine Sache der Politik. Laue begründet seine Forderung mit der Auffassung, dass die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ursprünglich nur für Bürger mit einer besonderen Schutzbedürftigkeit eingeführt wurde. Angesichts der rund 90 Prozent der Krankenversicherten, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, bezweifelt der PKV-Verbandschef, dass alle diese Personen schutzbedürftig sind. Die Versicherungspflichtgrenze sollte daher deutlich gesenkt werden, um „so mehr Menschen die freie Wahl zu geben“, erläutert Laue im Interview.

Mehr Arbeitnehmer sollen von PKV-Leistungen profitieren

Reicht künftig ein geringeres Einkommen aus, um in die PKV zu wechseln, so könnten mehr Menschen von den Leistungen der privaten Krankenversicherung profitieren. Zurzeit liegt das Durchschnittseinkommen in Deutschland laut PKV-Verband bei mehr als 40.000 Euro. Schon eine geringe Absenkung würde bedeuten, dass deutlich mehr Arbeitnehmer die Wahl hätten, sich für die private Krankenversicherung zu entscheiden. Ob die Forderung des PKV-Verbands jedoch auf politische Zustimmung trifft, ist ungewiss.

 

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