Private Krankenversicherung: Wechsel in PKV oder Verbleib in GKV?

Die neue Gesundheitsreform ist längst beschlossen. Kernpunkte betreffen sowohl die gesetzliche Krankenkasse als auch die private Krankenversicherung. Der gesetzliche Krankenkassenbeitrag steigt von 14,9 auf 15,5 Prozent. Gleichzeitig dürfen die Gesetzlichen einen Krankenkassen Zusatzbeitrag in weit höherem Umfang erheben. Dagegen wurden die Einschränkungen für den Wechsel in die private Krankenversicherung gelockert. Angestellte und Arbeitnehmer können bereits nach einem Jahr Wartezeit in die PKV wechseln, wenn ihr Einkommen im Vorjahr über der Versicherungspflichtgrenze lag.

Krankenkassenbeitrag steigt - Zusatzbeitrag belastet weiter

Die Anhebung des gesetzlichen Krankenkassenbeitrags um 0,6 Prozent trifft viele Versicherte angesichts stagnierender oder gar rückläufiger Lohnentwicklung in Deutschland. Weiterhin sind mit deutlichen Teuerungen für Strom, Miete und Lebensmittel zu rechnen.

Doch bei einer einmaligen Erhöhung des allgemeinen Beitragssatzes soll es nicht bleiben. Gesetzliche Krankenkassen dürfen zusätzlich einen Krankenkassen-Zusatzbeitrag in weit größerem Umfang als bisher erheben, sollten die Kosten nicht allein aus den Beitragseinnahmen gedeckt werden können. Anlass genug für gutverdienende Angestellte, die ihr Heil lieber in der PKV suchen wollen.

Wechsel in die private Krankenversicherung

Die Mehrbelastung der Kassenpatienten macht die private Krankenversicherung für viele Versicherte interessanter. Im gleichen Zuge vereinfacht die Regierung den Wechsel in die PKV für Angestellte und Arbeitnehmer, die über ein Jahresbruttogehalt über der Versicherungspflichtgrenze nachweisen können. Demnach ist ein Krankenversicherungswechsel bereits nach einem Jahr Wartezeit möglich. Bisher galt die Drei-Jahres-Regelung mit einer Wartezeit von drei Jahren. In diesem Zusammenhang wird der Koalition aus FDP und CDU/CSU Lobbyismus und die Bevorzugung der PKV vorgeworfen.

Wechsel innerhalb der PKV nach Beitragserhöhung

Doch nicht nur die gesetzlichen Krankenkassen werden teurer. Auch die private Krankenversicherung verteuert sich in 2011 teils deutlich. Im Durchschnitt erhöhen die privaten Krankenversicherer ihre Beiträge um sieben Prozent. Da sich die Beitragserhöhungen der PKV häufen, kommen nun auch sogenannte PKV Beitragsentlastungstarife ins Spiel, mit denen die Beiträge im Alter stabil gehalten werden sollen. In jedem Fall können Privatversicherte nach einer Beitragserhöhung ihr Sonderkünsigungsrecht nutzen und einen PKV Wechsel in günstigere Tarife vornehmen.

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