Private Krankenversicherung: Branche wird Wachstum vorhergesagt

Experten sehen im Bereich der PKV ein großes Potential für die kommenden Jahre. Besonders der Wegfall der Dreijahresgrenze zu Beginn dieses Kalenderjahres fördert den Eintritt vieler Neukunden in die PKV. Schätzungen gehen davon aus, dass dadurch bereits 10.000 Neukunden zusätzlich einen Wechsel in die Private Krankenversicherung vollzogen haben. Es sind aber auch kreative und flexible Neuerungen bei den Produkten und Tarifen, welche Neukunden in die PKV locken, wie eine Auswertung des „Branchenkompass 2011 Versicherungen“ der Steria Mummert Consulting, in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut, ergab.

Wachstumserwartungen in der PKV steigen an

Eine Umfrage ergab, dass in den vergangenen drei Jahren die Wachstumsaussichten für die PKV um 16 Prozentpunkte gestiegen sind.

Dabei setzt die Branche auf eine gut entwickelte Zusammenarbeit mit Banken und Versicherungsmaklern. Aufgrund des hohen Erfolges der Arbeit mit Versicherungsmaklern setzten fast alle Versicherungen auf den Ausbau dieses Geschäftsbereichs.

Hier muss aber auch besonders darauf geachtet werden, dass die Qualität der Neukunden in das Konzept der PKV passt, denn nicht nur die Zahlen der Versicherungsmakler steigt immer weiter an, auch die Zahlen derer, die prinzipiell nicht für die Private Krankenversicherung geeignet sind. Zudem stehen aufgrund der Höhe der Provisionen die Versicherungsmakler auch branchenintern in der Kritik – beliefen sich diese in der Vergangenheit doch auf bis zu 18 Monatsbeiträgen pro vermittelten Neukunden. Die Politik versucht daher, hier eine Obergrenze von 12 Monatsbeiträgen einzuführen.

PKV Zukunft ungewiss

Auch wenn die meisten privaten Krankenversicherungen noch positiv in die Zukunft blicken, ist mit der Central Krankenversicherung mindestens schon eine Versicherung dabei, sich auf die Bürgerversicherung vorzubereiten, die nach Meinung des Central Vorstandes nicht mehr aufzuhalten ist.

Auch ist die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes, dass ab dem 21. Dezember 2012 bei den Prämien keine Unterscheidung mehr zwischen Männern und Frauen gemacht werden darf, für die Entwicklung der privaten Krankenversicherungen hinderlich. Dadurch wird die PKV für Männer immer unattraktiver und die Bürgerversicherung könnte schneller durchgesetzt werden. Die positive Prognose für die PKV ist daher alles andere als ein sicherer Ausblick in die Zukunft.

 

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr