Private Krankenversicherung: Vorsicht bei Wechselberatern

Wer eine Beitragserhöhung für seine private Krankenversicherung erhalten hat, denkt häufig über einen Wechsel nach. Bei diesem können sich Betroffene Hilfe von einem Berater suchen, der sich auf den PKV-Wechsel spezialisiert hat. Doch ihre Arbeit ist umstritten und wird von Verbraucherschützern kritisch beäugt.

Mit einem PKV-Wechsel Beiträge reduzieren

In den vergangenen Wochen haben viele Privatpatienten Post vom ihrem Versicherer bekommen. Sie wurden darüber informiert, dass sie im kommenden Jahr mehr für ihre private Krankenversicherung zahlen müssen. Solche Beitragserhöhungen gehören für Privatversicherte zum Alltag. Dabei muss es sich nicht immer um drastische Preissteigerungen handeln. Doch wenn eine Beitragsanpassung der nächsten folgt, denken viele PKV-Versicherte über einen Wechsel nach. Damit dieser auch reibungslos verläuft, suchen immer mehr Wechselwillige die Hilfe von sogenannten Wechselberatern auf.

Berater für PKV-Wechsel umstritten

Obwohl laut Paragraph 204 des Versicherungsvertragsgesetzes der Wechsel in der privaten Krankenversicherung genau geregelt ist, sollen manche Versicherer den Wechsel blockieren, kritisieren Verbraucherschützer. Wer nur seinen Tarif wechseln, aber bei seinem Anbieter bleiben will, muss beispielsweise teils sehr hartnäckig sein, um vom Versicherer entsprechende Angebote zu erhalten. Hier helfen die Berater. „Doch diese Dienstleister sind umstritten“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).

Kritik: Bezahlung richtet sich nach Ersparnis durch Wechsel

Wechselberater erhalten in der Regel von ihren Kunden keinen Festbetrag für ihre Leistungen. Stattdessen werden sie danach bezahlt, wie viel die Privatpatienten durch einen Wechsel an Beiträgen einsparen. Dadurch besteht allerdings die Gefahr, dass sie für ihre Kunde besonders günstige Tarife herauszusuchen, um ein möglichst hohes Honorar zu erhalten. Bei diesen Angeboten kann bereits im nächsten Jahr eine neue Beitragserhöhung für die Versicherten anstehen. Im schlimmsten Fall war der Gang zum Berater so Geldverschwendung.

Die Warnung der FAZ macht deutlich: Wechselwillige Privatpatienten sollten sich zwar bei der Suche nach einem günstigeren PKV-Tarif unterstützen lassen. Doch den ihnen vorgeschlagenen Angeboten sollten sie nicht blind vertrauen. Wichtig ist es zum Beispiel nachzufragen, wie sich die Beiträge im betreffenden Tarif in den letzten Jahren entwickelt haben.

 

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