Private Krankenversicherung von der Steuer absetzen

Mit jedem neuen Jahr muss auch wieder die Steuererklärung bzw. die persönliche Einkommenssteuererklärung für das abgelaufene Jahr erstellt werden. Bürger, die privat krankenversichert sind, müssen dabei einige wichtige Details beachten, um ihre Krankheitskosten vollumfänglich absetzen zu können. Steuerpflichtige in Deutschland können seit Einführung des Bürgerentlastungsgesetzes im Jahr 2009 eine Mindestvorsorgepauschale für die Kranken- und Pflegeversicherung steuerlich geltend machen. Diese kann in Höhe von zwölf Prozent des Arbeitslohnes angesetzt werden, die Maximalbeträge liegen jedoch zwischen 1.900 und 3.000 Euro, die in der Steuerklasse III berücksichtigt werden können.

Höhere Krankheitskosten von der Steuer absetzen

Viele privat Versicherte müssen allerdings höhere Kosten für die Pflege- und die Krankenversicherung kalkulieren. Sofern höhere Kosten anfallen, können auch diese steuerlich geltend gemacht werden. Voraussetzung ist jedoch, dass diese höheren Kosten auch nachgewiesen werden können.

Um die Summen im Lohnsteuerjahresausgleich berücksichtigen zu können, müssen diese in der Anlage Vorsorgeaufwand in den Zeilen 31 und 32 angegeben werden. In der Zeile 31 sind dabei die tatsächlichen Aufwendungen für die Krankenversicherung (Basisversicherung) anzugeben, in der Zeile 32 hingegen können die Beiträge zur Pflegepflichtversicherung angesetzt werden.

Zusatzversicherungen und Arbeitgeberzuschuss angeben

Neben den genannten Angaben benötigt das Finanzamt allerdings noch weitere Daten, um den Rückerstattungsanspruch entsprechend berechnen zu können. So müssen Steuerpflichtige in der Zeile 33 die von der Versicherung erstatteten Beiträge eintragen, in der Zeile 34 sind die Zuschüsse des Arbeitgebers zu vermerken. Sofern Zahnzusatzversicherungen oder Wahlleistungen genutzt werden, ist dies in Zeile 35 zu vermerken, Kosten für die zusätzliche Pflegeversicherung müssen dann in die Zeile 36 eingetragen werden. Nachfolgend wünscht das Finanzamt dann weitere Angaben zu Unfallversicherungen, Haftpflichtversicherung und vielleicht vorhandenen Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung.

Elektronische Übermittlung der Steuererklärung

Die genannte Verfahrensweise gilt allerdings nur dann, wenn Steuerpflichtige der elektronischen Übermittlung ihrer Daten zugestimmt haben. Ist dies nicht der Fall, können Arbeitnehmer und Beamte maximal 1.900 Euro geltend machen, für Selbstständige wurde der Betrag aufgrund der eigenen Finanzierung der Krankenversicherung auf 2.800 Euro erhöht. Aus diesem Grund sind in der Anlage Vorsorgeaufwand die Zeilen 31 bis 35 nicht zu befüllen. Die gesamten Kosten für die Kranken- sowie die Pflegeversicherung müssen dann gesamt in Zeile 45 eingetragen werden. Lediglich dann, wenn eine private Pflegeversicherung besteht, sind diese Kosten in Zeile 36 anzugeben.

Werden die genannten Ratschläge befolgt, können Steuerpflichtige in zahlreichen Fällen mit einer Steuererstattung rechnen. Zu beachten ist lediglich, dass nur Grundleistungen geltend gemacht werden können, darüber hinausgehende Leistungen sind oft nicht abzugsfähig.

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