Private Krankenversicherung: Tarifwechsel wird leichter

In Zukunft wird der Wechsel zu günstigeren Tarifen innerhalb einer privaten Krankenversicherung leichter. Verbraucherschützer und Politik kritisieren seit langem, dass private Krankenversicherer ihren Mitgliedern beim internen Tarifwechsel Steine in den Weg legen. Ein neuer Leitfaden soll Kundenrechte stärken.

Die Marktführer der privaten Krankenversicherer Debeka, Signal Iduna, Allianz, DKV und AXA haben sich, laut Geschäftsführer des Verbands der Privaten Krankenversicherung Uwe Laue, bereits dazu verpflichtet, den neuen Leitfaden verbindlich umzusetzen. Ab 2016 sollen sich alle teilnehmenden Anbieter daran halten. Die neue Richtlinie beinhaltet unter anderem die Aufklärungspflicht für Tarifalternativen und eine unabhängige Beratung beim Vertragsabschluss mit der privaten Krankenversicherung.

Tarifwechsel nicht immer notwendig

Ein Wechsel des privaten Krankenversicherungstarifs wird nur notwendig, wenn der alte Tarif bei gleichen Konditionen zu teuer wird oder, wenn er von vornherein nicht auf die Bedürfnisse des Versicherten abgestimmt war. Interessenten sollten sich im Vorhinein gründlich über die Leistungen ihrer Versicherungspolice informieren. Denn ein Wechsel soll künftig zwar einfacher möglich sein, aber es gibt dennoch einiges zu beachten.

Konditionen im Vorhinein prüfen

Von Verträgen, die seit 2009 abgeschlossen wurden, können Altersrückstellungen bei einem Tarifwechsel in der Regel mitgenommen werden. Bei älteren Verträgen kann es passieren, dass die bereits gezahlten Leistungen, mit denen hohe Beiträge im Alter abgefedert werden sollen, beim Tarifwechsel verloren gehen.

Ein Tarifwechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung sollte wohlüberlegt sein. Es ist ratsam sich ausführlich zu informieren und schon mit dem Entschluss für die private Krankenversicherung die individuell abgestimmten Konditionen zu wählen.

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