Private Krankenversicherung PKV: drei zwei eins meins!

Der Kampf um die PKV Neukunden hat unter der privat Versicherern begonnen. Im kommenden Jahr rechnen die privaten Krankenversicherungen mit einem großen Kundenansturm an Angestellten, denn neue Regeln machen es gesetzlich Versicherten ab 2011 deutlich einfacher, in die private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Um neue Kunden zu gewinnen, zahlen einige Krankenversicherungen mitunter hohe Provisionen an ihre Versicherungsmakler, die durchaus 14 Monatsprämien betragen können. Hier soll die BaFin einschreiten und regulieren.

Hohe Provisionen für PKV Vermittler im Visier der BaFin

Diese Provisionen werden im Übrigen nicht nur dann gezahlt, wenn sich ein ehemals gesetzlich Versicherter für einen neuen PKV-Vertrag entscheidet, sondern auch bei einem Wechsel von PKV zu PKV erhalten Vermittler diese hohen Provisionssätze.

Um derartige Provisionen bezahlen zu können, müssten allerdings die Prämien entsprechend höher ausfallen.
Um das Abwerben von Kunden einzuschränken, haben die privaten Krankenversicherer über Branchenvertreter jetzt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, angerufen, um eine neue Kalkulationsverordnung zu erlassen. Dem Branchenverband selbst ist es nämlich nicht möglich, Empfehlungen für Provisionen oder Kalkulationen auszusprechen, da diese gegen das Kartell- und Wettbewerbsrecht verstoßen würden.

Neue Kalkulationsverordnung für die PKV

Im Rahmen der bestehenden Kalkulationsverordnung legt die BaFin unter anderem fest, welche versicherungsmathematischen Grundsätze für die Prämienermittlung zu Grunde gelegt werden müssen und wie hoch Altersrückstellungen kalkuliert werden sollen. Mit einer neuen Kalkulationsverordnung könnte die BaFin unter anderem eine verlängerte Stornohaftung von fünf Jahren oder eine Höchstgrenze für Provisionen festlegen. Bis heute wurde diesbezüglich noch keine Regelung beschlossen.

Bei PKV Tarifen auch auf Beitragsstabilität achten

Versicherte, die im kommenden Jahr in die private Krankenversicherung wechseln wollen, sollten die Wahl ihrer Krankenversicherung insbesondere am Preis-Leistungs-Verhältnis orientieren. Tests der Stiftung Warentest können hier für Vergleiche herangezogen werden, denn das Institut vergleicht unabhängig verschiedene Krankenversicherungstarife und ermöglicht so detaillierte Vergleiche.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr