Private Krankenversicherung PKV 2011 im Detail

Neuregelung und Entgeltgrenzen Private Krankenversicherung ( PKV ) 2011

Die Private Krankenversicherung ( PKV ) wurde im Zuge der Gesundheitsreform 2010 einigen Neuregelungen unterworfen. So ist derWechsel in die private Krankenversicherung ab 2011 auch fuer Angestellte und Arbeitnehmer vereinfacht worden. Dazu wurde die Versicherungspflichtgrenze bzw. die Jahresarbeitsentgeltgrenze 2011 herabgesetz sowie die Wartezeit von drei Jahren auf ein Jahr verkuerzt. Damit sind nach Prognosen des PKV-Verbandes bis zu 16.000 Angestellte und Arbeitnehmer in der Lage, bereits vorzeitigin die PKV zu wechseln. Auch Selbstaendige, Freiberufler und Beamte sollten einiges zum Jahreswechsel beachten.

Jahresarbeitsentgeltgrenze und Wegfall der Drei-Jahres-Frist

Die Versicherungspflichtgrenze, auch als Jahresarbeitsentgeltgrenze bezeichnet, sinkt in 2011 auf 49.500 Euro Jahresbruttoeinkommen. In 2010 liegt die Entgeltgrenze noch bei 49.950 Euro.
Grund ist die Finanz- und Wirtschaftskrise, in Folge derer auch ein Rueckgang der Realloehne in Deutschland zu verzeichnen war. Sowohl die Versicherungspflichtgrenze als auch die Beitragsbemessungsgrenze ist an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt. Auch wenn der Rueckgang der Entgeltgrenze sich in Grenzen haelt, werden doch einige Angestellte und Arbeitnehmer mehr in der Lage sein, von der gesetzlichen Krankenkasse in die private Krankenversicherung zu wechseln. Selbstaendige, Freiberufler und Beamte betrifft die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht. Sie koennen unabhaengig von ihrem Einkommen eine Private Krankenversicherung abschliessen. Eine weitere Neuregelung der PKV 2011 betrifft die Wartezeit fuer Angestellte und Arbeitnehmer. Bis Ende 2010 gilt die sogenannte PKV Drei-Jahresfrist, in der ein Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze in drei aufeinander folgenden Jahren nachgewiesen werden muss. Ab 2011 reicht dann ein Verdienstnachweis, um einen Wechsel in die Private Krankenversicherung vollziehen zu koennen. Auch hiervon sind Selbstaendige, Freiberufler und Beamte nicht betroffen.

Beitragserhoehung und Recht auf Wechsel der PKV Krankenversicherung

Beitragserhoehungen bzw. Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung sind auch in 2011 zu erwarten.
Die Frage lautet lediglich, wie hoch diese bei den jeweiligen PKV-Anbietern im einzelnen ausfallen. Je nach wirtschaftlicher Ertagskraft der Versicherer, kann eine PKV Beitragserhoehung sehr unterschiedlich hoch ausfallen. Grund zur Sorge veranlasste ein Zeitungsbericht der Financial Times Deutschland, in dem von zu erwartenden deftigen Preisanhebungen der privat Krankenversicherungen die Rede war. Hintergrund dieser Prognose:  die Finanzkrise und der historisch niedrige Zinssatz schwaechten die Ertragskraft der PKV und das Erreichen der gesetzlich vorgeschriebenen Midestverzinsung auf die Altersrueckstellungen von 3.5 Prozent. Das Dementi des PKV-Verband kam umgehend. So beteuert der PKV-Chef, die 3.5 Prozent Verzinsung konnten die privaten Krankenversicherungen erreichen und mit 4.2 Prozent sogar teils uebertreffen. Eine Beitragserhoehung aufgrund der Finanzkrise sei demnach ausgeschlossen. Beitragsanpassungen in der PKV seien lediglich im Rahmen gestiegener Gesundheitskosten zu erwarten.

Ausserordentliches Kuendigungsrecht der Krankenversicherung nach Beitragserhoehung

Im Falle einer Beitragserhoehung der PKV haben Versicherte das Recht auf eine ausserordentliche Kuendigung ihrer privaten Krankenversicherung. In der Regel werden diese Preiserhoehungen bereits Ende 2010, spaetestens jedoch Anfang 2011 schriftlich bekannt gegeben. Ab Erhalt des Schreibens erhalten Versicherungsnehmer eine Frist von vier Wochen fuer eine Kuendigung und damit einen Wechsel des PKV Tarifes oder fuer einen Wechsel in eine andere Krankenversicherung. Doch sollte vor einem Wechsel der PKV in 2011 bedacht werden, dass vor allem im Alter ein Teil der Altersrueckstellungen bei einem Anbieterwechsel verloren geht, eine erneute Gesundheitspruefung faellig wird. Deswegen sollten neue Angebote einem eingehenden PKV Vergleich unterzogen werden oder gar die -meist kostenlose- Beratung durch einen Versicherungsexperten in Anspruch genommen werden.

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