Private Krankenversicherung nach Preiserhöhung wechseln

Die private Krankenversicherung verteuert sich 2014 vor allem für viele langjährige Kunden. Aber auch Versicherte eines sogenannten Einsteigertarifs müssen im nächsten Jahr mehr für ihren Krankenversicherungsschutz zahlen. Wer eine Preiserhöhung erhalten hat, kann nun innerhalb von zwei Monaten den Tarif wechseln. Dabei müssen einige Stolperfallen beachtet werden.

Reihenweise zweistellige Preiserhöhungen in der PKV

Die neuen Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung treffen 2014 besonders Privatpatienten, die schon etwas älter und seit mehreren Jahren privat versichert sind. So fürchtet der Bund der Versicherten „wieder reihenweise zweistellige Erhöhungen in der PKV“, berichtet Welt Online. Zwar haben viele Anbieter eine Beitragsgarantie für das kommende Jahr ausgesprochen. Doch in Einzelfällen kann es zu drastischen Preissteigerungen kommen, etwa für Versicherte der AXA. Hier sind vor allem Privatpatienten betroffen, die sich in der Vergangenheit von einem besonders günstigen Einsteigertarif zum Anbieter haben locken lassen.

Steigende Beiträge in der privaten Krankenversicherung: Was tun?

Bei einer Preiserhöhung haben Versicherte das Recht auf Sonderkündigung. Das bedeutet, sie dürfen ihrer PKV außerhalb der geltenden Kündigungsfristen kündigen. Ab Erhalt der Beitragserhöhung bleiben den Betroffenen zwei Monate, in denen sie für einen neuen Anbieter beziehungsweise einen neuen Tarif entscheiden können. Hierbei müssen gerade langjährig Privatversicherte jedoch eine wichtige Sache beachten: Wechseln sie zu einem neuen Versicherer, können sie ihre Altersrückstellungen unter Umständen verlieren. Sie müssen diese dann wieder neu aufbauen, was den Tarif beim neuen Anbieter teuer machen kann. Ein Anbieterwechsel ist daher nur nach ausführlicher Beratung beziehungsweise für Personen zu empfehlen, die erst seit kurzem privat versichert sind.

Langjährig Versicherte können ihre Beiträge mit einem Tarifwechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung senken. Oftmals haben die Versicherer weitere Tarife im Angebot, die dem alten Tarif bezüglich der Leistungen ähnlich sind, jedoch weniger kosten.

Vorsicht bei Leistungsverzicht und höherem Selbstbehalt

Wer mit seinem Tarif zufrieden ist, hat auch die Möglichkeit, über Leistungskürzungen und einen höheren Selbstbehalt an der Preisschraube zu drehen. So kann der Verzicht auf ein Einzelzimmer und auf die Chefarztbehandlung bereits helfen, die Beiträge zu minimieren. Privatpatienten müssen jedoch beachten, dass der Leistungsverzicht dauerhaft ist. Auch bei der Selbstbeteiligung sollten Versicherte nicht blind die Höhe anheben. Hier sollten sie gut abwiegen, wie viel Geld sie auf einen Schlag für ihre Behandlung selbst zahlen können. Andernfalls wird der Selbstbehalt bei einer schweren Erkrankung schnell zur finanziellen Belastung.

 

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