Private Krankenversicherung lehnt Bürgerversicherung ab

PKV gegen Bürgerversicherung

PKV gegen Bürgerversicherung

Die SPD hat sich in den vergangenen Tagen vermehrt Gedanken über die Zukunft des Gesundheitswesens gemacht. Nach Ansicht des Vorstandes der SPD können die finanziellen Sorgen der Pflegeversicherung unter anderem durch die Einführung der Bürgerversicherung gelöst werden. Die private Krankenversicherung ( PKV ) hingegen sieht in der Bürgerversicherung mitnichten die Lösung aller Probleme.

Zahl Pflegebedürftiger steigt auch in Zukunft

Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass in Deutschland derzeit rund zwei Millionen Menschen pflegebedürftig sind. Im Jahr 2050 wird sich diese Zahl Schätzungen zufolge auf gut 4,5 Millionen erhöhen, da durch den demografischen Wandel dann deutlich mehr alte Menschen in Deutschland leben.

Aktuell sind etwa fünf Prozent aller Deutschen älter als 80 Jahren, im Jahr 2050 wird sich der Anteil der über 80jährigen wohl auf 14,5 Prozent erhöhen. Diese Entwicklungen haben nicht nur Auswirkungen auf das Leben im Allgemeinen, sondern auch auf die Pflegeversicherung.

Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung könnte um Vielfaches steigen

Experten zufolge müssten die Kosten für die gesetzliche Pflegeversicherung vor dem genannten Hintergrund in den kommenden Jahren deutlich steigen. Liegt der Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung heute bei 1,95 Prozent des Bruttoeinkommens, könnte dieser bis zum Jahr 2060 auf 4,5 Prozent erhöht werden. Dieser Beitragsanstieg ist jedoch nicht nur aufgrund der erhöhten Zahl an Pflegebedürftigen notwendig, sondern auch die Zahl der Beitragszahler wird abnehmen. Eine Erweiterung der Pflegeleistungen, wie sie seitens der SPD gefordert werden, ist in diesen Zahlen noch nicht berücksichtigt.

SPD sieht in der Bürgerversicherung die Lösung der Probleme

Die SPD sieht die Lösung der Probleme in der Einführung der Bürgerversicherung, bei der alle Bürger Beiträge leisten, sogar Kapitaleinnahmen sollen Berücksichtigung finden. Der PKV-Verband jedoch sieht hierin keine Lösung, sondern wirft der SPD sogar populistische Argumentationen vor. Schließlich seien die Leistungen der privaten Pflegeversicherung mit den Leistungen der gesetzlichen Versicherung vergleichbar.

PKV schlägt Private Pflegeversicherung vor

Der PKV-Verband setzt vielmehr auf die zusätzliche Vorsorge in Form einer privaten Pflegeversicherung. Mit diesen Geldern sei es möglich, einen Kapitalstock aufzubauen und so die Kosten der Pflege bewältigen zu können. Dass die private Pflegeversicherung mit ihrem Kapitaldeckungsverfahren effektiver ist als die gesetzliche Pflegeversicherung, die im Umlageverfahren finanziert wird, zeigt ein Blick auf die Fakten. So konnte die private Pflegeversicherung, die ebenso wie die gesetzliche Versicherung bereits seit 1995 besteht, mittlerweile einen Kapitalstock von 20 Milliarden Euro aufbauen. Aus Sicht des PKV-Verbandes würde die SPD mit der Auflösung der privaten Pflegeversicherung ein funktionierendes System abschaffen, womit den Pflegebedürftigen nicht geholfen wäre.

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