Private Krankenversicherung für Gutverdiener oft bessere Wahl

Die private Krankenversicherung steht oft wegen der jährlichen Beitragserhöhungen in der Kritik. Doch durch gut kalkulierte neue Tarife mussten zum Jahreswechsel kaum Prämien angepasst werden. Manche Versicherer senkten sogar ihre Beiträge. In der gesetzlichen Krankenversicherung müssen jetzt hingegen mehr Gutverdiener zahlen.

Privat vs. gesetzlich: Wo sind Gutverdiener besser versichert?

Private Krankenversicherung schlägt gesetzliche Krankenversicherung – zumindest für Gutverdiener. So könnte man die Entwicklung der letzten Monate im Gesundheitssystem zusammenfassen. Denn die seit Ende 2012 eingeführten Unisex-Tarife haben die Versicherungsgesellschaften gut kalkuliert. So mussten Privatversicherte kaum Beitragsanpassungen zum Jahreswechsel hinnehmen. Für die gesetzliche Krankenversicherung stieg hingegen die Beitragsbemessungsgrenze, sodass nun mehr Gutverdiener den Höchstsatz für die gesetzliche Kasse zahlen müssen. Wer 4.050 Euro oder mehr im Monat verdient, muss rund 627 Euro an seine Kasse zahlen. Im Jahr zuvor lag die Obergrenze mehr als 100 Euro niedriger. Hinzu kommt, dass die Krankenkassen ab nächstem Jahr voraussichtlich einkommensabhängige Zusatzbeiträge erheben können.

Beiträge der gesetzlichen mit privater Krankenversicherung vergleichen

Wer ohnehin schon viel für seine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zahlt, sollte zumindest mit einem unverbindlichen Tarifvergleich überprüfen, was eine private Krankenversicherung kosten würde. Denn für den gleichen Beitrag können sich Interessierte wesentlich bessere Leistungen sichern. Immer mehr Anbieter einer privaten Krankenversicherung besinnen sich darauf, ihren Kunden ein Mehr an Leistungen zu bieten. Im Vergleich zu gesetzlich Versicherten profitieren Privatpatienten zudem oft von kürzeren Wartezeiten beim Arzt und anderen Vorteilen.

Kostensteigerungen prüfen

Wer sich privat versichern will, sollte sich nicht von Kostensteigerungen in die Irre führen lassen. Denn die Ursache der Beitragserhöhungen kann eine sein, die für beide Systeme gilt. So belastet der demografische Wandel sowohl die private als auch die gesetzliche Krankenversicherung. Besonders der GKV wird nachgesagt, dass sie finanziell auf die alternde Bevölkerung nicht eingestellt ist. Dennoch ist es sinnvoll, sich vor Abschluss der Versicherung über die Beitragsentwicklung der vergangenen Jahre bei seinem künftigen privaten Krankenversicherer zu informieren.

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