Private Krankenversicherung fordert mehr kleinere Beitragserhöhungen

Die private Krankenversicherung wird wegen krasser Beitragserhöhungen immer wieder heftig kritisiert. Jetzt will die Branche abrupte Beitragssprünge für die Versicherten vermeiden. Vielmehr soll es für die Kunden künftig öfter kleinere Beitragsanpassungen geben.

PKV: Keine abrupten Beitragserhöhungen mehr

Die private Krankenversicherung (PKV) macht immer wieder Schlagzeilen mit enormen Beitragserhöhungen. Die Kosten für den Versicherungsschutz sind in den vergangenen Jahren für viele Kunden plötzlich explodiert. Damit soll aber bald Schluss sein, verkünden jetzt die privaten Krankenversicherer. Die Gesellschaften wollen ihre Kalkulationsgrundlagen reformieren und die heftigen Beitragserhöhungen abschaffen. In der Zukunft sollen die Beiträge für die private Krankenversicherung dann eher in vielen kleinen Schritten erhöht werden.

PKV-Verband kündigt Reform an

Im Interesse ihrer Versicherten wollen die privaten Krankenversicherer abrupte Beitragssprünge durch die Reform vermeiden, erklärte der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Uwe Laue. Neue Kalkulationsgrundlagen sollen eine stetigere und moderatere Kalkulation ermöglichen. Mit anderen Worten: Für die Versicherten wird es dann nicht mehr mit einem Mal deutlich teurer, sondern die Kosten für die private Krankenversicherung nehmen langsam und stetig zu. Hierbei gehe es allerdings nicht darum, dass die Kunden über die Jahre gerechnet mehr zahlen sollten, versicherte PKV-Verbandssprecher Stefan Reker gegenüber dem Handelsblatt.

Enorme Beitragssteigerung verhindern

Die Reform der Beitragserhöhung ist nicht das einzige, das in der privaten Krankenversicherung überarbeitet werden soll. Ein weiteres Anliegen der Branche ist es, den privaten Versicherungsschutz für die Gesundheitsversorgung und die Pflege künftig mehr Menschen zugänglich zu machen. Dafür fordert der PKV-Verband unter anderem eine niedrigere Beitragsbemessungsgrenze als bisher. Dies würde auch Arbeitnehmern mit einem geringeren Einkommen ermöglichen, von der gesetzlichen Krankenversicherung zu der privaten Krankenversicherung zu wechseln.

Mehr private Pflegevorsorge ermöglichen

Auch bei der Pflegeversicherung sollte der Gesetzgeber aus Sicht des PKV-Verbandes die private Vorsorge erleichtern. Die geförderte private Pflegezusatzversicherung, die es seit Anfang dieses Jahres gibt, sei ein gutes Vorbild. Mit dem sogenannten Pflege-Bahr können mehr Menschen privat für eine mögliche Pflegebedürftigkeit im Alter vorsorgen.
 

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