Private Krankenversicherung: Erleichterungen beim Wechsel geplant

Die private Krankenversicherung (PKV) soll nach der Bundestagswahl im September reformiert werden. Das hat heute die Union angekündigt. Unter anderem will die Partei, dass Versicherte ihre Altersrückstellungen bei einem PKV-Wechsel einfacher mitnehmen können. Wie sie ist, dürfe die PKV nicht bleiben, sagt CSU-Gesundheitsexperte Johannes Singhammer.

PKV: Altersrückstellungen besser mitnehmen

Nach Auffassung der Union kann die private Krankenversicherung nicht so bleiben, wie sie ist. Das teilte der Gesundheitsexperte der CSU, Johannes Singhammer, am Mittwoch dem Handelsblatt mit. Die Union will daher die private Krankenversicherung nach der Bundestagswahl grundlegend reformieren. Künftig sollen Privatversicherte „den weitaus größten Teil der Altersrückstellungen bei einem Wechsel ihrer privaten Krankenversicherung mitnehmen können“, so der CSU-Politiker. Der PKV-Wechsel würde dadurch für viele Versicherte einfacher werden. Denn oftmals ist es der Verlust der Altersrückstellungen, der PKV-Versicherte vom Wechsel abhält.

Wechsel der privaten Krankenversicherung vereinfachen

Personen, die sich seit 2009 privat krankenversichert haben, können zwar ihre Altersrückstellungen mitnehmen. Doch die Summe ist begrenzt. So verlieren sie immer noch einen Teil ihrer Rückstellungen. Schlechter sieht es für ältere Versicherte aus. Wenn sie den Versicherer wechseln, müssen sie mit dem Aufbau der Rückstellungen neu anfangen. Das kann dazu führen, dass die private Krankenversicherung beim neuen Anbieter mehr kostet als beim alten. Mit den Prämien bauen Versicherte Rückstellungen auf, mit denen höhere Gesundheitskosten im Alter gedeckt werden sollen.

Der PKV-Verband ist gegen die politischen Pläne der Union. „Für den Versicherungsbestand gilt: Vertrag ist Vertrag“, sagte ein Sprecher.

Reformpläne von Bundestagswahl abhängig

Ob die Forderungen der Union tatsächlich durchgesetzt werden, hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem vom Wahlausgang. Wird Deutschland künftig von der SPD regiert, ist zu erwarten, dass die Partei die PKV mit Einführung einer Bürgerversicherung gänzlich abschaffen wird. Mit der Bürgerversicherung sollen die private und die gesetzliche Krankenversicherung zu einer Einheitsversicherung zusammengelegt werden, in der sich jeder Bürger versichern muss. Die Höhe des Beitrags soll dabei vom Einkommen abhängen.

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