Private Krankenversicherung: Elternzeit vor Neu-Regelung

Private Krankenversicherung trotz Unterschreitung der Versicherungspflichtgrenze während der Elternzeit

Die Elternzeit ist sowohl für Mütter wie auch für Väter eine wichtige Zeit. Sie können sich nach der Geburt vollends um ihren Nachwuchs kümmern und sind zudem rechtlich geschützt. Im Anschluss an die Elternzeit entscheiden sich jedoch vor allem die Mütter, in eine Teilzeittätigkeit zu wechseln. Der Grund ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die bei einer Vollzeittätigkeit meist nicht gegeben ist. Nachteilig ist jedoch, dass bei einer Teilzeittätigkeit auch das Einkommen sinkt. Zahlreiche Frauen, die die Versicherungspflichtgrenze dann nicht mehr über-, sondern unterschreiten, mussten also bisher die private Krankenversicherung (PKV) verlassen und in die gesetzliche Krankenkasse zurückwechseln.

Verbleib in der PKV für Mütter und Väter in Elternzeit

Dieses Problem wurde nun auch im Rahmen der neuen Gesundheitsreform, die seit Januar 2011 in Kraft ist, aufgenommen. Schließlich wurde die Benachteiligung von Eltern in der privaten Krankenversicherung, insbesondere der Mütter, bereits seit Langem kritisiert. Die neuen Regelungen bieten jetzt Vorteile für Mütter in Teilzeittätigkeiten, ähnliche Vorteile können auch Pflegende in Anspruch nehmen.

PKV Versicherungspflichtgrenze darf unterschritten werden

Seit Inkrafttreten der neuen Gesundheitsreform ist es Pflichtversicherten möglich, sich unter der Einhaltung bestimmter Voraussetzungen von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Eine dieser Voraussetzungen ist der Bezug von Elterngeld bzw. die Inanspruchnahme der Elternzeit. Wechseln Eltern dann in die Teilzeittätigkeit, ist es möglich, in der privaten Krankenversicherung zu verbleiben, sofern die Arbeitszeit nicht mehr als 50% entspricht und die Entlohnung mit der Entlohnung bei Vollzeittätigkeit vergleichbar ist. Dies ist vor allem bei Eltern der Fall, die in ihren alten Job zurückkehren, jedoch lediglich die Arbeitszeit pro Woche reduzieren. In diesem Fall ist ein Verbleib in der privaten Krankenversicherung also auch dann möglich, wenn die Versicherungspflichtgrenze nicht überschritten wird.

Zu den weiteren Voraussetzungen für eine Befreiung von der Versicherungspflicht gehört, dass Versicherte vor der Elternzeit mindestens fünf Jahre privat versichert sein mussten. Die Vergütung musste demnach ebenfalls über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren die Versicherungspflichtgrenze überschreiten. Vorteilhaft: Die Eltern- sowie die Pflegezeit werden in diese Rechnung einbezogen.

Frist zur Befreiung von der Versicherungspflicht beachten

Für Betroffene ist es jedoch wichtig, die vorgegebenen Fristen einzuhalten. So muss die Befreiung von der Versicherungspflicht bei der jeweiligen Krankenkasse spätestens drei Monate nach dem Eintreten der Versicherungspflicht erfolgen. Wird diese Frist versäumt, ist ein Verbleib in der privaten Krankenversicherung nicht mehr möglich. Ein erneuter Wechsel ist dann erst bei erneutem Überschreiten der von der Bundesregierung festgelegten Versicherungspflichtgrenze möglich.

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