Private Krankenversicherung bleibt politisch heißes Thema

Obwohl die Bürgerversicherung und somit auch die Abschaffung der privaten Krankenversicherung nicht mehr zur Diskussion stehen, sieht der Chef des PKV-Verbands, Volker Leienbach, keinen Grund zur Entspannung. Die private Krankenversicherung werde auch künftig kritisiert und diskutiert werden, so seine Einschätzung.

Private Krankenversicherung steht weiter zur Diskussion

Auch wenn die SPD die Einführung einer Bürgerversicherung vor der Bundestagswahl wiederholt gefordert hat, ist das Thema nun vom Tisch. Zusammen mit der Union einigten sich die Sozialdemokraten im Zuge der Koalitionsverhandlungen, die private Krankenversicherung nicht anzurühren. Für Volker Leienbach, den PKV-Verbandsdirektor, bedeutet dies allerdings nicht, dass die private Krankenversicherung in den kommenden vier Jahren nicht zur Diskussion stehen wird. „Wir werden auch in dieser Legislaturperiode ein heißes Thema bleiben“, zitiert ihn die Ärzte Zeitung online.

PKV-Verband: Versicherte wünschen sich bessere Leistungen

Als Grund sieht Leienbach die Annahme, dass die private Krankenversicherung „ein Symbol für Unterschiede [ist], und die sind nicht Mainstream.“ Der PKV-Verbandschef geht jedoch nicht davon aus, dass eine Abschaffung der PKV zum Ende der Ungerechtigkeit führen würde. Aus seiner Sicht ist Versicherten sogar eine gewisse Differenzierung wichtig, was sich an der hohen Zahl von Zusatzversicherungen für Kassenpatienten zeigt. Generell ist die PKV „auf viele Szenarien vorbereitet, auch wenn [sie] nicht auf alles eine befriedigenden Antwort“ hat, so Leienbach.

Vorteile der privaten Krankenversicherung

Den Vorwurf, dass die private Krankenversicherung finanziell nicht auf den demografischen Wandel vorbereitet ist, weißt der PKV-Chef zurück. Während die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) über Rücklagen verfügt, die zwei Monatsausgaben entsprechen, reichen die Reserven der privaten Krankenversicherung für die Versorgung der Versicherten für sieben Jahre aus. Darüber hinaus profitieren Privatversicherte von weiteren Vorteilen: bessere Leistungen und geringere Wartezeiten beim Arzt sind nur zwei von ihnen.

Ziel der Bürgerversicherung

Die Bürgerversicherung sollte mit dem Ziel eingeführt werden, den Deutschen den gleich guten Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen und somit Privilegierungen im Gesundheitssystem abzubauen. Kritiker warnten jedoch davor, dass eine Bürgerversicherung nicht nur Tausende von Arbeitsplätzen kosten, sondern zudem zu schlechteren Gesundheitsleistungen führen würde.

 

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