Private Krankenversicherung Beitragserhöhung 2011: im Schnitt 7 Prozent

Nachdem seit der Gesundheitsreform 2010 die Beitragserhöhung für die gesetzliche Krankenkasse auf 15,5 Prozent feststeht, zeigt sich nun, dass auch die Private Krankenversicherung in 2011 mit einer Beitragerhöhung aufwartet. Laut einem Bericht von "Spiegel Online" beträgt die durchschnittliche Teuerung der PKV 7 Prozent. Dies ergab eine Befragung der größten privaten Krankenversicherungen in Deutschland mit einem zusammengenommenen Marktanteil von 90 Prozent. Eine Beitragserhöhung planen unter anderen die Debeka, die AXA-Krankenversicherung, Signal, Bayerische Beamtenkasse, Süddeutsche Krankenversicherung und die DKV, während bei der Allianz Krankenversicherung die Beitragssteigerung moderat ausfallen soll

Steigende Gesundheitskosten sorgen für steigende PKV Beiträge in 2011

Trotz der soliden Erträge vieler privater Krankenversicherungen müssen sich Privatpatienten auch in 2011 auf Beitragserhöhungen einstellen. Diese werden laut dem PKV Verband aufgrund der weiter gestiegenen Kosten im Gesundheitswesen nicht zu vermeiden.
So seien vor allem die Arzthonorare und Medikamentenpreise für die Beitragsanpassungen verantwortlich. In diesem Zusammenhang steht der Ruf nach Medekamentenrabatten auch für die Private Krankenversichrung. Bereits im vergangenen Jahr 2010 hatten viele, unter anderen auch die großen privaten Krankenkassen teils dramatische Beitragsanpassungen vorgenommen. Allen voran ist auch im kommenden Jahr die DKV mit einer erwarteten Beitragserhöhung von 5 bis 7 Prozent dabei. Auch die drittgrößte Private Krankenversicherung AXA plant mit einer Anhebung von 5,5 Prozent eine überdurchschnittlich hohe Beitragsanpassung. Dagegen scheint die Allianz Private Krankenversicherung nach der Wiederaufnehme des Aktimed Tarifs eine moderate Beitragserhöhung im Bereich von einem halben Prozent vornehmen. Weiterhin plant der Marktführer, die Debeka Private Krankenversicherung einen Aufschlag von voraussichtlich 5 bis 7 Prozent.

Beitragserhöhungen 2011 im Überblick

Voraussichtliche und durchschnittliche Beitragsanpassung einiger privater Krankenversicherungen.
  • Allianz 0,5%
  • AXA 5,5%
  • Barmenia keine Angaben
  • Bayerische Beamtenkasse 2%
  • Continentale Krankenversicherung keine Angaben
  • Debeka 5% bis 7%
  • DKV 6% bis 7%
  • Gothaer Krankenversicherung keine Angaben
  • Hallesche Krankenversicherung 3%
  • Hansemerkur keine Angaben
  • Central Krankenversicherung keine Angaben
  • Süddeutsche Krankenversicherung 3,7%
  • Signal Krankenversicherung 2%
  • Inter Krankenversicherung 2,2%

Recht auf ausserordentliche Kündigung und Wechsel der Krankenversicherung

Eine Beitragserhöhung durch den Krankenversicherer räumt den Versicherungsnehmern das Recht auf eine außerordentliche Kündigung ein und damit die Möglichkeit, einen Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft oder hin in eine andere private Krankenversicherung durch zu führen. Mit Empfang der schriftlichen Beitragserhöhung haben Versicherte vier Wochen Zeit, eine Kündigung ihrer PKV aus zu sprechen. Nicht immer ist ein Krankenversicherung Wechsel sinnvoll. Vor allem in hohem Alter sollte davon nach Möglichkeit abgesehen werden. In jedem Fall sollten Verträge genau geprüft und ein PKV Vergleich durchgeführt werden.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr