Private Krankenversicherung 2012: Was sich zum Jahreswechsel ändert

Die Zeit zwischen den Jahren, also vom 27.12. bis zum 31.12. ist erfahrungsgemäß von Rast und Ruhe geprägt. Viele Verbraucher nutzen die Zeit für den wohlverdienten Winterurlaub und um Abstand vom Alltag zu gewinnen. Speziell im Hinblick auf den 01.01.2012 sollten gerade Privatversicherte und Verbraucher, die es werden wollen, die Zeit bis zum Jahreswechsel nutzen. Denn pünktlich zum 01. Januar ändert sich in der privaten Krankenversicherung einiges, was nicht nur für Bestandskunden in den kommenden Wochen an Gewicht gewinnen kann.

Neue Bemessungsgrenzen ab 2012

[Berlin] Eine der wichtigen Änderungen betrifft den Arbeitgeberzuschuss.

Wie in der GKV leistet der Chef auch zur privaten Krankenversicherung seiner Arbeitnehmer einen Zuschuss, welcher sich an der Beitragsbemessungsgrenze orientiert. Diese steigt zum 01.01.2012 von 3.712,50 Euro (44.550 Euro) auf 3.825 Euro an, wodurch sich auch der Arbeitgeberzuschuss für das kommende Jahr erhöht. Eine Tatsache, die allen Arbeitnehmern zugutekommt, deren PKV-Beitrag den Höchstsatz nach der alten BBG übersteigt.

Darüber hinaus ändert sich ab Januar nicht nur die Beitragsbemessungsgrenze, auch die Versicherungspflichtgrenze wird pünktlich zum Jahreswechsel angepasst. Aus der Erhöhung von derzeit 49.500 Euro auf 50.850 Euro ergeben sich gerade für Neukunden teilweise erhebliche Probleme. Der Hintergrund: Nur wer als Arbeitnehmer ein Einkommen oberhalb der JAEG (Jahresarbeitsentgeltgrenze) erreicht, wird laut § 6 SGB V versicherungsfrei und kann in die PKV eintreten.

Einkommenshöhe im Auge behalten

Viele Wechselwillige schauen derzeit vor allem auf Ihr Einkommen in den letzten 12 Monaten und wollen die Chance nutzen, noch vor Einführung der Unisex-Tarife Ende 2012 in die PKV einzutreten. Hier könnte die Differenz zwischen alter und neuer JAEG allerdings kritisch werden, da Versicherungsfreiheit nur dann wirksam eintritt, wenn die Versicherungspflichtgrenze auch im folgenden Jahr überschritten wird. Für einige Versicherte könnte dieser Passus im 5. Sozialgesetzbuch zum K.O.-Kriterium werden.

Ein weiterer Aspekt betrifft Familien. Eltern, die ab 01. Januar versicherungsfrei werden und tatsächlich in die PKV eintreten wollen, müssen besonders genau rechnen, da in diesem Fall unter anderem der Nachwuchs privat versichert werden muss, was zusätzliche Kosten verursacht.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr