Private Krankenversicherer bieten PKV mit Aufnahmegarantie an

Einige private Krankenversicherer wehren sich gegen den Vorwurf, nur Personen mit geringen Risiken in die PKV aufzunehmen. Die Gesellschaften Debeka und Signal Iduna haben daher bereits Tarife eingeführt, die für jeden Angestellten offen sind. Nun will der Versicherer Huk-Coburg mit der PKV-Aufnahmegarantie nachziehen.

Debeka, Signal Iduna und Huk-Coburg öffnen Tarife

Wie Cash.online berichtet, soll in der privaten Krankenversicherung (PKV) Schluss mit der „Rosinenpickerei“ sein. Zum 1. Januar 2013 hat die Debeka unter anderem für die Unisex-Tarife „N“ und „NG“ eine Aufnahmegarantie eingeführt. Das bedeutet, es werden keine Leistungsausschlüsse vereinbart und der Risikozuschlag ist auf 30 Prozent gedeckelt. Die Tarife stehen so jedem Angestellten offen, der mit seinem jährlichen Einkommen die Versicherungspflichtgrenze von 52.200 Euro (Stand 2013) überschreitet und erstmals versicherungsfrei wird. Innerhalb einer Frist von sechs Monaten kann er sich entscheiden, ob er weiterhin gesetzlich krankenversichert bleibt oder in die private Krankenversicherung wechselt.

Private Krankenversicherung mit Aufnahmegarantie

Neben der Debeka hat sich die Signal Iduna dazu entschlossen, entsprechende Tarife zum 1. März 2013 anzubieten. Angestellte mit den richtigen Voraussetzungen dürfen nicht mehr abgelehnt werden. Auch der Versicherer Huk-Coburg hat angekündigt, eine PKV-Aufnahmegarantie einzuführen. Damit soll der Vorwurf entkräftet werden, dass die PKV nur Personen mit „guten Risiken“ versichert, erläutert Cash.online. Ähnlich wie bei den beiden anderen Gesellschaften soll der maximale Risikozuschlag bei der Huk-Coburg 30 Prozent betragen.

Kritik an offenen PKV-Tarifen

Durch die Aufnahmegarantie können sich nun auch die Bürgerinnen und Bürger privat krankenversichern, für die die PKV bisher aufgrund von zu hohen Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen wegen Krankheiten unattraktiv war. Kritiker bemängeln jedoch an den neuen offenen Tarifen, dass sich diese durch die Voraussetzung „erstmalig versicherungsfrei“ an eine vergleichsweise junge Generation richtet. Bei älteren Angestellten ist eher davon auszugehen, dass diese im Laufe ihres Erwerbslebens schon einmal die Versicherungspflichtgrenze überschritten haben. Daher werden nur die wenigsten Verbraucher von der PKV-Aufnahmegarantie profitieren können.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr