Privat Versicherte profitieren von schneller Kostenerstattung der PKV

In Zeiten des harten Wettbewerbs bieten immer mehr private Krankenversicherer eine schnelle Bearbeitung von Erstattungsanträgen an. Somit müssen die privat Versicherten nicht in Vorkasse treten, sondern warten die Überweisung ihrer Krankenversicherung ab, was besonders bei hohen Arzt- oder Medikamentenrechnungen von Vorteil ist.

Erstattungsanträge rasch einreichen

Normalerweise müssen Versicherte der privaten Krankenversicherung (PKV) ihre ärztlichen Behandlungen und Medikamente selbst bezahlen und sich dann das Geld von ihrer Versicherung zurückholen. Kostenerstattungsprinzip nennt sich das. Doch nun werben einige Versicherer mit schnellem Service bei der Bearbeitung der Erstattungsanträge. So müssen PKV-Versicherte nicht erst in Vorkasse treten, sondern bezahlen ihre Ärzte mit dem Geld aus der zügigen Überweisung ihrer Krankenkasse.

Arztrechnungen erst prüfen lassen

Gerade bei hohen Arztrechnungen sollten Kunden nicht in Vorleistung gehen, rät Tommy Unger von der Krankenversicherungsgesellschaft Universa. Wenn die Rechnung einmal beglichen ist, fällt es schwer, mit dem verantwortlichen Arzt über etwaige Unstimmigkeiten bei der Kostenabrechnung zu reden. Zudem zahlen privat Versicherte manchmal Untersuchungen oder andere Leistungen, die nicht erstattungsfähig sind. Daher empfiehlt es sich, die Arztrechnungen erst überprüfen zu lassen.

Bearbeitung innerhalb von drei Tagen

Die Debeka Versicherung wirbt damit, dass rasch eingereichte Anträge so schnell bearbeitet werden, dass ihre Kunden kein Geld vorstrecken müssen. Fünf Arbeitstage dauert es vom Einreichen des Antrags bis zur Überweisung. Nur die Universa und die DKV sind schneller, sie brauchen jeweils drei (Universa) bzw. vier Tage (DKV). Die Versicherungsunternehmen Axa und Allianz benötigen hingegen etwa doppelt so lange: sieben Arbeitstage sind es bei der Axa, acht bei der Allianz. Diese Bearbeitungszeiten können aber nur erreicht werden, wenn der Antrag komplett ist und nicht überdurchschnittlich viele Anträge wie zum Beispiel zum Jahresende eingereicht werden.

Bei Apotheken Direktabrechnung möglich

Während die Methode bei Arztbesuchen gut klappt, müssen PKV-Versicherte bei Apotheken noch immer erst selbst zahlen. Nur bei sehr hohen Rechnungen ist es bei einigen Versicherern möglich, dass diese direkt mit der Apotheke abrechnen. Bei der Allianz müssen es beispielsweise über 750 Euro. Auch die Debeka, Universa, Axa und DKV bieten es an, dass hohe Medikamentenabrechnungen direkt mit den Pharmazeuten beglichen werden.

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