Praxisgebühr fällt ab 2013 weg

Monatelang hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) die Abschaffung der Praxisgebühr immer wieder gefordert. Auch für die Opposition waren die 10 Euro Gebühr pro Quartal ein ungeliebtes Thema. Nun wurde beim Koalitionsausschuss von CDU, CSU und FDP das Ende der Praxisgebühr eingeläutet.


Geschichte der Praxisgebühr

Die Praxisgebühr wurde im Jahr 2003 auf Druck der Union beschlossen und zum 1. Januar 2004 eingeführt. Seit dem müssen gesetzlich Krankenversicherte pro Quartal für Arzt- und Zahnarztbesuche, sowie Notfallbehandlungen jeweils 10 Euro zahlen. Dies kann zu Kosten pro Versicherten von bis zu 120 Euro im Jahr auflaufen. Ursprünglich war die Praxisgebühr dazu gedacht, unnötige Arztbesuche einzuschränken und zusätzlich das Gesundheitssystem nicht nur zu entlasten, sondern darüber hinaus Geld in die Kassen zu spülen. Die gewünschte Wirkung blieb jedoch weitgehend aus.

Mehr Bürokratie statt weniger Arztbesuche

So haben sich die Arztbesuche nicht gravierend verringert. Auch klagten vor allem Ärzte unter der mit der Abrechnung der Beträge notwendigen Bürokratie. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte die Praxisgebühr immer wieder als teuer und aufwendig angemahnt. So sei pro Arztpraxis ein zusätzlicher Zeitaufwand von im Schnitt 120 Stunden entstanden. Dies entspräche Kosten von 4.100 Jährlich pro Praxis und einem Gesamtaufkommen von Bürokratiekosten von 360 Millionen Euro.

Bundeszuschüsse werden gekürzt

Damit wird ab 2013 nun Schluss sein. Neben Entscheidungen zum Betreuungsgeld, der Freigabe von Geldern für infrastrukturelle Maßnahmen und dem Beschluss zur Lebensleistungsrente, ist die Abschaffung der Praxisgebühr das für Bürger wohl wichtigste Ergebnis des Koalitionsausschusses. Für die gesetzliche Krankenversicherung gibt es jedoch einen weiteren wichtigen Beschluss. Da die Krankenkassen und der Gesundheitsfonds über milliardenschwere Rücklagen verfügen, sollen die Bundeszuschüsse ab dem nächsten Jahr gekürzt werden. So sollen die Zuschüsse schon 2013 500 Millionen Euro weniger betragen, 2014 werden sie dann um weitere zwei Milliarden Euro gekürzt.

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