Präsentismus: Kranke Arbeitnehmer verursachen 225 Milliarden Schaden

Eine aktuelle Studie der Felix-Burda-Stiftung sollte Arbeitnehmer und Arbeitgeber eigentlich wachrütteln. Das Thema: Präsentismus! Experten der Unternehmensberatung Booz & Company kommen im Rahmen der Studie zu dem Schluss, dass Präsentismus, als das trotz Krankheit am Arbeitsplatz erscheinen, die Unternehmen doppelt so viel Geld kostet wie derselbe Arbeitnehmer zu Hause im Bett. Eine Tatsache, die viele Experten bestätigen werden.

Präsentismus und die Folgen

Allgemein gelten Mitarbeiter, die trotz Krankheit am Arbeitsplatz erscheinen, als überdurchschnittlich pflichtbewusst und ehrgeizig.

Jeder Chef freut sich natürlich über so viel Motivation. Und schießt sich damit zumindest finanziell sprichwörtlich „ins Knie“. Denn wie die Experten der Unternehmensberatung Booz & Company herausgefunden haben, kostet ein kranker Arbeitnehmer, der sich zu Hause auskuriert, im Schnitt 1.197 Euro. Sitzt der gleiche Mitarbeiter am Arbeitsplatz, schnellen die Kosten rapide nach oben – auf 2.394 Euro.

Angesichts dieses Vergleichs wird klar, das Präsentismus zu einem echten volkswirtschaftlichen Schaden werden kann. Und es geht noch weiter. Durch Unfälle und Fehler steigt das Risiko wirtschaftlicher Einbußen für den Arbeitgeber auf der einen Seite. Die Verschleppung von Erkrankungen kann zu chronischen Verläufen oder einer Verschlimmerung der Krankheit führen. Am Ende fällt der Mitarbeiter wesentlich länger aus als in den ersten Krankheitstagen.

Unternehmen vor neuen Herausforderungen

Aber nicht nur die aktuelle Entwicklung bereitet Experten zunehmend Sorge. Während die Kosten für Krankheiten von Arbeitnehmer der Studie zufolge sich pro Jahr auf rund 225 Milliarden Euro summieren, sehen Experten die große Herausforderung im demografischen Wandel. Bekanntlich wird die Bevölkerung immer älter. Für die Unternehmen heißt dies, dass bald die Zahl der 50- bis 65-Jährigen unter den Mitarbeitern zunimmt.

Damit einher geht auch das häufigere Auftreten von altersbedingten Krankheiten und ein zunehmender Schwund im Bereich der Fachkräfte. Unternehmen müssen sich also überlegen, wie sie dieser Entwicklung begegnen. Nach Ansicht von Experten wäre die betriebliche Gesundheitsfürsorge ein möglicher Schritt, um Krankheiten und Ausfallzeiten vorzubeugen. Allerdings scheinen bisher nur wenige Betriebe diese Variante für sich entdeckt zu haben. Vielleicht kann die Studie der Felix-Burda-Stiftung zum Präsentismus ja dabei helfen, Unternehmen für das Thema zu sensibilisieren.

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