Placebo-Effekt bei generischen Medikamenten

Generika sind Arzneimittel, welche nach Ablauf der Patentbindungsfrist entwickelt und zumeist preiswerter als das ursprüngliche Mittel abgegeben werden. Da der Wirkstoff identisch ist, gelten sie in ihrer Wirksamkeit als gleichwertig gegenüber dem patentierten Original-Präparat.

Die Praxis zeigt dennoch, dass einige Patienten auf die preiswerten Medikamente nicht ansprechen, als Grund werden psychische Faktoren angenommen. Wenn ein Patient glaubt, dass ein Medikament auf Grund einer anderen Farbe, einer anderen Form oder auch nur eines anderen Namens schwächer wirkt als sein bekanntes Mittel, kann dieser Effekt tatsächlich eintreten. Dass eine psychische Komponente bei der Wirkung eines Medikamentes besteht, ist erwiesen, nur auf diese Weise können Placebos ihre Wirksamkeit entfalten.

Gesetzliche Krankenkassen erlauben die Verordnung des kostspieligeren Medikamentes in Ausnahmefällen, wenn nachvollziehbar ist, dass ein preiswertes Mittel im konkreten Fall tatsächlich nicht oder nicht ausreichend wirkt. Versicherte in der privaten Krankenversicherung erhielten bislang wesentlich häufiger das von ihnen gewünschte Originalpräparat.In Zahlen ausgedrückt lag die Quote der Abgabe von Generika im Jahr 2008 bei 91 Prozent für Versicherte der GKV, während der Wert für Mitglieder der PKV nur 51 Prozent betrug. Ein Jahr früher wurden allerdings nur in 46 Prozent der Verordnungen preiswerte Medikamente abgegeben. Da auch die privaten Krankenkassen stärker auf Wirtschaftlichkeit achten müssen, wird diese Quote weiterhin zunehmen. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung ist nicht zu befürchten.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr