PKV: Zusatzversicherungen auch 2012 sehr genau prüfen

[12.12.2011] Die PKV (Private Krankenversicherung) muss auch im kommenden Jahr zum 01.01.2012 wieder deutliche Beitragsanpassungen von bis zu 40% durchführen. Es sind aber nicht immer nur die Tarife für Bestandskunden betroffen. Viele interessierte Neukunden entscheiden sich daher – vorerst – für einen Verbleib in der GKV als freiwillig gesetzlich Versicherter und wählen für eine optimale Absicherung weitere Zusatzversicherungen. Doch nicht immer sind Zusatzversicherungen sinnvoll.

PKV-Status in gesetzlicher Krankenversicherung

[Berlin] Massive Beitragserhöhungen auch für Neukunden schrecken derzeit wahrscheinlich viele Interessenten davon ab, in die PKV zu wechseln.

Stattdessen bleiben sie als freiwillig gesetzlich Versicherte in der GKV. Vorteile können sich davon besonders Familien erhoffen, denn in der GKV können Ehepartner und Kinder kostenlos mitversichert werden. Den Behandlungsstatus eines Privatpatienten können Verbraucher dann aber durch Zusatzversicherungen erreichen.

Für derartige Fälle haben einige Versicherer nun spezielle Tarife ins Angebot aufgenommen, mit denen sich Patienten im Ernstfall für bestimmte Krankheiten absichern können und wie Privatpatienten versorgt werden. Experten sind aber nicht von derartigen Angeboten überzeugt, denn Patienten müssen sich beim Abschluss einer derartigen Zusatzpolice auf spezielle Krankheiten festlegen. Sollten diese Krankheiten – z. B. Schlaganfall, Krebs oder Herzinfarkt eintreten – werden sie vom Arzt bei diesen Krankheiten wie Privatpatienten behandelt. Dies würde auch für Vorsorgeuntersuchungen gelten, die privat Patienten öfter und in größerem Umfang in Anspruch nehmen könnten.

Verbraucherschützer sind skeptisch

Verbraucherschützer sind gegenüber derartigen Tarifen aber skeptisch – eine Einschränkung auf wenige Krankheitsbilder gilt als nicht empfehlenswert, besonders da es sich zumeist um seltene Krankheitsbilder handelt. So erklärte der Verbraucherschützer Michael Wortberg der „FTD“, dass eine vollwertige Krankenhauszusatzversicherung zwar meist teurer ist, aber diese auch bei jeglichen Krankenhausaufenthalten greift und nicht nur bei vorher festgelegten Krankheiten.

Ob die Absicherung in einer privaten Krankenversicherung trotz steigender Kosten lohnenswert ist, muss zudem in jedem Fall individuell betrachtet werden. Nicht immer unterscheiden sich private Zusatzversicherung und GKV nämlich so deutlich, dass sich der zusätzliche Beitrag am Schluss wirklich lohnt.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr