PKV: Zusatzpolicen bei Versicherten beliebt

Zusatzversicherungen sind in den meisten – soweit bisher angenommen – Fällen für gesetzlich Versicherte eine Option, um ihren Versicherungsstatus zu erweitern und zu verbessern. Aber auch bei den Privatversicherten werden Zusatzpolicen immer beliebter. Mittlerweile nehmen Mitglieder der PKV private Krankenzusatzversicherungen sogar mehr in Anspruch als die Kassenpatienten. Diese Tatsache fand eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Gothaer Krankenversicherung heraus.

Überraschendes Ergebnis der Umfrage

Für die Umfrage der GfK wurden 1.000 Versicherte im Alter ab 14 Jahren befragt.

Verteilt waren die Befragten zu 86 Prozent auf die gesetzliche Versicherung, der Rest war privat versichert oder beihilfeberechtigt. Das Ergebnis ist gewissermaßen überraschend: Nur 40 Prozent der gesetzlichen Versicherten gaben an, eine private Zusatzversicherung abgeschlossen zu haben, während 60 Prozent der Versicherten aus einer privaten Kasse sich zusätzlich absicherten.

Die Ergebnisse zeigen nicht nur, dass Privatversicherte häufiger eine Zusatzpolice abschließen, sondern auch, dass in allen Bereichen die Versicherten der PKV vorn liegen. Die Zahlen haben ergeben, dass bei Zahnzusatzversicherungen die Privatversicherten mit 32,7 Prozent deutlich vor den Kassenpatienten mit 23,3 Prozent liegen. Diese Werte sind auch in anderen Bereichen, wie der Krankentagegeldversicherung (PKV: 30,9 Prozent; GKV: 16,6 Prozent), einer Deckung für ambulante Behandlungen (PKV: 17,6 Prozent; GKV: 6,2 Prozent) oder der Pflegezusatzversicherung (GKV: 8,1 Prozent; PKV: 31 Prozent) erkennbar.

Kaum Einnahmen durch gesetzlich Versicherte

Für den Vorstandsvorsitzenden Michael Kurtenbach sind die Ergebnisse nicht überraschend, schließlich macht es bei PKV-Vollversicherten durchaus Sinn, eine Zusatzpolice abzuschließen. Die meisten Tarife bei PKV Versicherungen sind nach einem Bausteinkonzept aufgebaut, sodass problemlos weitere Zusatztarife für die Verbesserung um den eigentlichen Versicherungstarif herumgebaut werden können.

Als Beispiel bringt Kurtenbach hier eine Erweiterung für Vorsorgeuntersuchungen an, um im Krankheitsfall die eigenen Kosten zu senken. Die Ursache für eine „geringe“ Beteiligung von gesetzlich Versicherten im Bereich der privaten Zusatzversicherung sieht Kurtenbach darin, dass die relativ hohen Kosten in den meisten Fällen nicht von gesetzlich Versicherten getragen werden können.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr