PKV: Zahlungskräftige Versicherte erwünscht

Die PKV verspricht bekanntlich ein hohes Leistungsniveau. Leistungen, die auch bezahlt werden wollen. In den vergangenen Monaten haben auch private Krankenversicherer zunehmend über säumige Beitragszahler geklagt. Und sind daher zunehmend vor allem an Neukunden mit einer guten Bonität interessiert. Eine Tatsache, die für Betroffene unter Umständen zum Problem werden kann. Denn Negativeinträge bei Auskunfteien haben teilweise eine lange Halbwertszeit.

Allianz PKV als Vorreiter

Eine private Krankenversicherung, die erst kürzlich die Reißleine gezogen hat, ist die Allianz PKV.

Der private Krankenversicherer will in Zukunft die Solvenz seiner Neukunden noch genauer unter die Lupe nehmen. Und hat damit einen Ausblick auf die Zukunft gegeben. Denn die Allianz Private Krankenversicherung dürfte beileibe nicht die einzige PKV sein bzw. bleiben, die zu solchen Mitteln greift, um sich zu schützen.

Denn seit 01. Januar 2009 kann säumigen Beitragszahlern nicht ohne Weiteres gekündigt werden. Aufgrund des Kontrahierungszwangs werden zwangsläufig die Annahmevoraussetzungen verschärft. Und die finanzielle Situation interessierter Neukunden durchleuchtet. Versicherte der PKV werden sich darauf einstellen müssen, auch im Bereich der Krankenversicherung nun des Öfteren mit Auskunfteien wie der Schufa konfrontiert zu werden.

Bonitätsprüfung nicht unproblematisch

Allerdings ist die Bonitätsprüfung alles andere als unproblematisch. Eine große Schwäche ist die Tatsache, dass sie nur eine Momentaufnahme der aktuellen Situation bzw. der Vergangenheit sein kann. Wie sich die Situation eines Beitragszahlers aber in vier oder fünf Jahren entwickelt, lässt sich auch mit der Bonitätsprüfung nicht klären. Manko Nr. 2: Negativmerkmale, wie unbezahlte Rechnungen, werden auch nach Erledigung nicht sofort bei den Auskunfteien gelöscht.

Eine erledigte titulierte Forderung schlummert zum Beispiel bei der Schufa über drei Jahre in den Akten. Wer sich davon nicht abschrecken lässt und den Versicherungswechsel trotzdem wagt, muss mit Ablehnung rechnen. Ein hilfreicher Tipp: Verbraucher können einmal pro Jahr die bei den Auskunfteien gespeicherten Daten einsehen. Es kann sich lohnen, vor dem Versicherungswechsel einen Blick in die Schufa-Akte zu riskieren.

 

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr