PKV: Wissen der Regierung über PKV ist mangelhaft

[14.12.2011] In der PKV-Branche ist derzeit ein Thema dauerpräsent – die Beitragsanpassungen in den einzelnen Unternehmen zum 01.01.2012, wie etwa in der Central aus Köln. In der Bundesregierung ist das Wissen über dieses Thema aber offensichtlich nicht sehr weit verbreitet, wie die Gesundheitspolitikerin Dr. Carola Reimann jetzt feststellte. Sie bezeichnete das Wissen der Abgeordneten über die PKV als “beschämend“. Besonders über anstehende Beitragsanpassungen wüsste kaum einer der Abgeordneten Bescheid.

Regierung mit PKV nicht vertraut

[Berlin] Es gibt einige Verbraucher, die in diesem Jahr mit massiven Beitragsanpassungen rechnen müssen.

Auch wenn die durchschnittliche Anpassung bei etwa 4,4 Prozent (laut Morgen & Morgen GmbH, Wickerer Weg 13-15, 65719 Hofheim am Taunus) liegen wird, sind in Ausnahmefällen auch 40 Prozent möglich. In einer Anfrage der SPD-Politikerin und Vorsitzenden des Bundestags-Gesundheitsausschusses, Dr. Carola Reimann, haben sich besonders in diesem Bereich gravierende Lücken im Wissen der Regierung eröffnet.

Die Bundesregierung wüsste demnach nicht, wie viele Verbraucher in der PKV von Beitragsanpassungen betroffen sind, geschweige denn, dass bekannt gewesen ist, wie groß der Anteil derer ist, die im kommenden Jahr mit mindestens 10 Prozent Erhöhung rechnen müssen. Wobei auch erwähnt werden muss, dass bei der Nachfrage lediglich das Finanzministerium befragt wurde, eine weitere Nachfrage an das Verbraucherschutzministerium stellte man nicht. Für die SPD-Politikerin sei dieses Ergebnis “beschämend“ dafür, dass die Regierung nicht über die Versicherungssituation der Verbraucher bescheid wisse.

Weitreichende Ursachen für Beitragsanpassung

Die PKV-Branche gibt für die Beitragserhöhungen weitreichende Ursachen an. So wird zum einen der medizinische Fortschritt immer wieder genannt, der immer neue und teure Behandlungsmethoden auf den Markt bringt. Zum anderen lässt der demografische Wandel die Kosten immer weiter steigen: Immer mehr ältere Versicherte benötigen teure und intensive Behandlungen.

Darüber hinaus sind es aber auch Fehlkalkultaionen, die zu den erheblichen Anpassungen für das Jahr 2012 führen – etwa durch falsche Annahmen in Bezug auf das Verhalten der Versicherten in den Billigtarifen. Allerdings gibt es auch Fälle, in denen Versicherer sich entspannen können. So hat beispielsweise die ARAG Krankenversicherung bereits im Frühjahr eine Beitragsgarantie bis 2013 gegeben.

 

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr