PKV: Wird die Central aufgekauft?

In der jüngeren Vergangenheit war die Central Krankenversicherung des Öfteren in den Medien vertreten, meist mit negativ Schlagzeilen. Im August gab sie bekannt, dass sie aus dem Geschäft mit den Billigtarifen aussteigen wird. Jetzt wurde erklärt, dass sie möglicherweise von der Deutschen Vermögensberatung aufgekauft wird, die bereits ab dem 2. Quartal 2012 das Vermarktungsgeschäft der Central übernehmen wird.

Zukunft der Central ungewiss

In den letzten Monaten musste die private Krankenversicherung Central einige herbe Rückschläge verkraften.

Zuerst wurden die Kosten im Bereich der Billigtarife so groß, dass sie als eine der ersten privaten Versicherer den Rückzug antrat. Da besonders in diesem Bereich, die Kosten für die Versicherung durch Zahlungsausfälle in die Höhe stiegen und die Versicherung somit in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnte, werden auch teilweise drastische Beitragserhöhungen in Betracht gezogen.

Die Beitragserhöhungen sind im Durchschnitt im Bereich von 10 – 20 Prozent angesetzt, jedoch sind in Ausnahmefällen auch 60 Prozent möglich. Die Central Krankenversicherung hat erst vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass sie ihr Maklergeschäft komplett einstellen wird und die Vermarktung der Tarife komplett in die Hände der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) geben wird. Womit der Hauptantrieb im Neukundengeschäft der Versicherung verloren geht und durch die Beitragserhöhungen, eine Abwanderung von Versicherten zu befürchten sein muss.

Versicherte müssen Ruhe bewahren

Die finanziellen Probleme scheinen dazu zu führen, dass die Central nicht nur eine Auslagerung des Neukundengeschäftes in Betracht zieht, sondern sogar den Verkauf der gesamten Versicherung an die DVAG. Sollte dies eintreten, sind weitere Neuerungen für die Versicherten zu erwarten, vor überstürzten Anbieterwechseln wird aber abgeraten.

Der Versicherung könnte eine Kombination aus verschiedenen Umständen zum Verhängnis werden. Auf der einen Seite stehen hohe Beitragserhöhungen im zweistelligen Prozentbereich und gleichzeitig geht mit dem Maklergeschäft der Hauptantrieb im Neukundengeschäft verloren. In Kombination mit dem möglichen Komplettverkauf der Versicherung, durch die finanziellen Probleme könnte eine Abwanderungswelle an Versicherten hervorrufen. Experten raten aber zur Ruhe, da noch keine eindeutigen Folgen abzuschätzen sind und auch die finanziellen Risiken bei einem Anbieterwechsel nicht unterschätzt werden dürfen.

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