PKV Wechsel: Neuregelung Private Krankenversicherung 2011

Die Private Krankenversicherung für Angestellte und Selbständige vor Neuregelung in 2011

Einem Angestellten, der zuvor als Selbständiger in der privaten Krankenversicherung (PKV) versichert war, wurde der Verbleib in der PKV gerichtlich verweigert. Der Grund: Angestellte sind der aktuellen Regelung nach anfangs versicherungspflichtig und damit in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern, unabhängig von ihrem Einkommen. Erst nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit einem Mindesteinkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 49.950 Euro pro Jahr kann ein Wechsel in die private Krankenversicherung erfolgen. Diese Regelung, auch Drei-Jahres-Frist genannt, soll laut der Regierung ab 2011 wegfallen. Dann sollen Angestellte bereits nach einem Jahr in die PKV wechseln können.

Drei-Jahres-Regel gilt auch für ehemals Selbständige in der PKV

Selbständige und Freiberufler sind von der Drei-Jahres-Frist nicht betroffen. Allerdings ändert sich das, sobald aus einem Selbständigen ein Angestellter wird. So auch beim Kläger, der bereits als Selbständige und nun auch als Angestellter lange Jahre ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze nachweisen konnte. Beim Eintritt in das Angestelltenverhältnis musste ihn sein Arbeitgeber aus der privaten Krankenversicherung abmelden und in der GKV pflichtversichern. Dagegen klagte der Versicherte und scheiterte vor dem Landessozialgericht Baden-Württemberg (Az.: L 4 KR 1420/09). Auch wenn hierzu noch keine Gesetzesvorlage besteht, pocht die Regierung, vor allem die FDP, auf eine Neuregelung und damit auf die Reduzierung der Wartezeit für die Private Krankenversicherung. Dann soll ein Wechsel in die PKV bereits nach einem Jahr möglich werden.

Anwartschafts-Erhaltungsversicherung ermöglicht Rückkehr in die Private Krankenversicherung ohne neue Prüfung

Einen guten Tipp für Betroffene dieser Regelung hatten die Richter höchstselbst parat. Wer aufgrund des Angestelltenverhältnisses die private Krankenversicherung verlassen und in die gesetzliche Krankenkasse muss, kann sich über eine Anwartschafts-Erhaltungsversicherung absichern und später ohne erneute Alters- und Gesundheitsprüfung in die PKV wechseln. So werden deutlich höhere Prämien vermieden. Ausserdem sollten alle Angebote vorher eingehend geprüft und einem PKV Vergleich unterzogen werden. Denn bei den gut 50 PKV-Gesellschaften mit vielen hundert Tarifvarianten sind aufgrund des harten Wettbewerbs große Preisunterschiede üblich. Als Orientierung können auch die PKV Testsieger der Stiftung Warentest bzw. der Finanztest dienen. Diese Tarife weisen ein besonders gutes Preis- Leistungsverhältnis auf.

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