PKV Wechsel: Ersatzkrankenkassen warnen vor schnellem Wechsel

Der Verband der Ersatzkassen EKK (vdek) warnt vor einem übereilten Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV). Hintergrund ist die Abschaffung der dreijährigen Wartezeit für freiwillig gesetzlich Versicherte Angestellte und Arbeitnehmer, die ab 2011 bereits nach einem Jahr in die PKV wechseln können. So sollten die nachhaltigen Auswirkungen eines KV-Wechsels gut bedacht werden. Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenkasse ist säter nicht möglich. Die Kritik der Ersatzkrankenkassen erfolgt auch im Hinblick auf die nicht mögliche kostenlose Mitversicherung der Kinder in einer Familienkrankenversicherung. Eine ähnliche Warnung gab bereits das Bundesversicherungsamt ab.

Beitragserhöhung und Krankenversicherung Zusatzbeitrag

Die Krankenversicherung stellt sowohl für Arbeitnehmer wie auch für Selbstständige und Freiberufler eine große Kostenposition dar.

Aus diesem Grund sind Versicherte natürlich daran interessiert, ihre Beitragsbelastung möglichst zu reduzieren bzw. nicht weiter zu erhöhen. Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherungen ist der Beitragssatz seit Einführung des Gesundheitsfonds gesetzlich festgeschrieben, so dass keine Beitragsunterschiede zwischen den Versicherungen bestehen. Allerdings haben die GKV´s seit Anfang 2010 das Recht, Zusatzbeiträge zu erheben. Viele Versicherungen haben hiervon bereits Gebrauch gemacht und berechnen ihren Versicherten bis zu 8 Euro monatlich, dieser Beitragssatz könnte nach Ansicht der Bundesregierung in den kommenden Jahren aber auf bis zu 16 Euro steigen.

Krankenkassen ohne Zusatzbeitrag 2011

Nur noch wenige gesetzliche Kassen garantieren ihren Versicherten in 2011 keine Zusatzbeiträge, hierzu gehören unter anderem die AOK Plus, die IKK classic sowie die BKK Mobil Oil. In diese Krankenkassen können gesetzlich Versicherte wechseln, wenn die Ankündigung des Zusatzbeitrages eingeht. In diesem Fall kann ein außerordentliches Kündigungsrecht genutzt werden, das Kündigungsschreiben muss spätestens einem Monat nach Zugang der Beitragsrechnung bei der Versicherung eingehen.

Wechsel in die Private Krankenversicherung

Sofern Versicherte ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze erzielen, die für 2010 bei 49.950 Euro Jahreseinkommen liegt, können sich auf Wunsch von der Versicherungspflicht befreien lassen und anschließend in die PKV wechseln.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Versicherungspflichtgrenze in drei aufeinander folgenden Jahren überschritten wurde. Ab dem Jahr 2011 entfällt diese Drei-Jahres-Grenze, so dass künftig ein Wechsel schon nach einem Jahr möglich ist.

Tarif-Wechsel innerhalb der PKV

Auch Versicherte der PKV können ihren Versicherer wechseln bzw. einen anderen Tarif der gleichen Gesellschaft in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist auch hier entweder die ordentliche Kündigung, die bei den meisten Verträgen drei Monate zum Jahresende oder zum Ende eines Geschäftsjahres beträgt. Alternativ kann die außerordentliche Kündigung ausgesprochen werden, wenn die PKV ihre Beiträge erhöht. Wie auch bei der GKV muss die Kündigung in diesem Fall einen Monat nach Zugang der erhöhten Beitragsrechnung an die Versicherung gesandt werden.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr