PKV-Wechsel: Central verlangt Kündigung im Original

[16.12.2011] In der Central Krankenversicherung müssen Wechselwillige einen wichtigen Punkt beachten: Wird die Kündigung via E-Mail oder Fax eingereicht, wird diese von der Versicherung nicht akzeptiert, ein Originalkündigungsschreiben muss eingereicht werden. Die Central Krankenversicherung könnte damit Kündigungsfristen umgehen und Kunden trotz Beitragsanpassungen behalten. Verschiedene Gerichtsurteile dürften dabei für weitere Verwirrung sorgen.

Viele Wechselwillige in der Central Krankenversicherung

[Berlin] Die Central Krankenversicherung, Tochter des Generali Konzerns mit Sitz in Köln, hatte als einer der privaten Versicherungsanbieter auf Billigtarife gesetzt und konnte auch entsprechende Zuwächse erzielen.

Doch genau diese Entwicklung führte zu Schwierigkeiten durch ausbleibende Beitragszahlungen und hohe Behandlungskosten bei geringen Beitragseinnahmen. Jetzt muss die Central teilweise drastische Beitragsanpassungen in einigen Tarifen vornehmen – in Ausnahmefällen werden 40 Prozent mehr erhoben.

Dieser Umstand führt dazu, dass viele Versicherte den Wechsel der Krankenversicherung in andere Unternehmen in Betracht ziehen und ihre Kündigung bei der Central eingereicht haben. Jetzt gab die Versicherung allerdings bekannt, dass via E-Mail oder Fax eingereichte Kündigungen nicht akzeptiert werden und lediglich Originalschreiben berücksichtigt werden. Für einige Versicherte könnte diese Meldung dazu führen, dass die Kündigungsfrist nicht eingehalten werden kann und sie weiterhin in der Central verbleiben müssen.

Kündigungsfrist und Vollständigkeit der Dokumente beachten

Die außerordentliche Kündigungsfrist gilt bis zu einem Monat nach dem Eingang der Information über die Beitragsanpassung. In diesen vier Wochen muss neben der Originalkündigung auch der Nachweis über eine Folgeversicherung (im Original) erfolgen. Bei dem Nachweis einer Folgeversicherung sind sich allerdings auch die Gerichte bei der Rechtsprechung nicht einig.

In einem Prozess vor dem Amtsgericht Aachen (Az. 107 C 360/10) wurde gegen den Versicherten entschieden, der die Frist für den Nachweis der Folgeversicherung versäumte und deshalb weitere 6 Monate volle Beiträge beim alten Anbieter zahlen musste. Gegenteilig wurde vor dem Landgericht Hagen (Az. 10 O 128/10) entschieden. Hier bekam der Versicherte das Recht mit der Begründung zugesprochen, dass eine Kündigung nicht von dem Nachweis einer Folgeversicherung abhängig gemacht werden darf.

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