PKV: Was ändert sich 2012 in der Krankenversicherung?

Sowohl für gesetzlich als auch für privat Krankenversicherte haben sich mit Jahresbeginn wichtige Änderungen ergeben. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) wurde von 49.500 Euro auf 50.850 Euro erhöht. Zudem wurde die jährliche Beitragsbemessungsgrenze von 44.550 Euro auf 45.900 Euro angehoben. Ab Ende Dezember 2012 wird es bei der PKV Unisex-Tarife geben – die Beiträge dürfen dann nicht mehr geschlechterabhängig berechnet werden.

Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltgrenze

Durch den Anstieg der JAEG können seit Jahresanfang weniger GKV-Mitglieder in die PKV wechseln, und einige privatversicherte Arbeitnehmer mussten der GKV beitreten. Die genannten 50.850 Euro muss ein Arbeitnehmer jährlich brutto verdienen, um in die Private wechseln bzw. bei ihr verbleiben zu können. Studenten, Selbständige und Beamte können weiterhin einkommensunabhängig zwischen GKV und PKV wählen.

Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze

Auch die Erhöhung der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze auf 45.900 Euro ist sowohl für gesetzlich als auch für privat Versicherte von Bedeutung. Nur bis zu dieser Höhe wird das Einkommen eines GKV-Mitglieds für die Beitragsberechnung herangezogen. Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze bleibt also zugunsten des Versicherten unberücksichtigt.

Mit dem Anstieg der Beitragsbemessungsgrenze wurde der maximale Arbeitgeberzuschuss bei der PKV angehoben. Generell gilt: Der Arbeitgeberzuschusses beträgt 7,3 % des Einkommens des privat versicherten Arbeitnehmers. Der Zuschuss beläuft sich aber höchstens auf die Hälfte des Beitrags, den der Beschäftige für seine PKV zahlen muss. Zudem gilt, dass der Arbeitgeberzuschuss monatlich 279,23 Euro beträgt. 2011 waren es noch 271,01 Euro. Mit dem Arbeitgeberzuschuss profitieren privat versicherte Arbeitnehmer von einem Vorteil, den es für Selbständige in keiner ähnlichen Form gibt.

Unisex-Tarife

Alle PKV-Anbieter müssen ab dem 21. Dezember 2012 Unisex-Tarife anbieten. Grundlage hierfür ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 01. März 2011. Dieses besagt, dass die Beiträge für eine Versicherung nicht mehr geschlechtsspezifisch kalkuliert werden dürfen. Das bedeutet, dass die Tarife für Männer und Frauen bei sonst gleichen Voraussetzungen nicht unterschiedlich teuer sein dürfen.

Dies hat zur Folge, dass die PKV für Frauen ab Ende 2012 günstiger wird, für Männer hingegen teurer. Grund ist, dass die Gesundheitsrisiken beider Geschlechter im Gesamten über die Beiträge bestimmen werden. Es ist aber damit zu rechnen, dass die PKV-Beiträge durch das Unisex-Urteil insgesamt steigen werden. Wer jetzt noch wechseln möchte, kann mit Hilfe eines Private Krankenversicherung Rechners sofort Tarife und Beiträge miteinander vergleichen.

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