PKV vs. GKV: Krankenversicherung stellt Weichen für die Zukunft

Seit 1. Januar 2011 können Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung leichter in die PKV wechseln – sofern sie die Eintrittsvoraussetzung erfüllen, ein Einkommen oberhalb der JAEG. Allerdings zeigen sich einige Mitglieder der GKV gegenüber dem Wechsel in die PKV sehr zurückhaltend. Worin liegt der Grund für diese abwartende Haltung? Und was können Verbraucher daraus lernen?

PKV: Entscheidung bis zum Lebensende

Einer der wesentlichen Gründe für die Zurückhaltung vieler freiwillig in der GKV versicherten Personen ist die aktuelle Berichterstattung.

Speziell die Beitragsentwicklung in der PKV wurde in den vergangenen Wochen zunehmend beleuchtet. Nicht wenige Mitglieder hält die Angst vor einer unbezahlbaren Krankenversicherung in den Reihen der GKV. Eine Entwicklung, die zwar niemand gänzlich ausschießen kann, die sich aus Sicht der Versicherungsexperten aber zumindest eingrenzen lässt.

Gleichzeitig sehen viele Versicherte der GKV die Entwicklung im Bereich der Krankenversicherung kritisch. Die Existenz der privaten Krankenversicherung in ihrer heutigen Form ist stark vom politischen Wohlwollen abhängig. In den letzten Wochen haben aber SPD und die Linkspartei deutlich gemacht, dass sich im Fall eines politischen Wechsels auch der Wind für die PKV drehen wird. Zwei Gründe, die für massive Unsicherheit sorgen. Zumal der Eintritt in die private Krankenversicherung für viele Mitglieder ein Entschluss auf Lebenszeit ist.

Krankenversicherung – mehrere Optionen abwägen

Trotzdem – es gibt sie noch, die Mitglieder der GKV, die in eine PKV wechseln wollen. Wer diesen Schritt für sich ins Auge fasst, sollte mehrere Optionen gegeneinander abwägen. Viele Ärzte machen derzeit die Erfahrung, dass Privatpatienten zu ihnen kommen, die vor dem persönlichen Lebenshintergrund eigentlich nicht für die PKV in Frage kommen und sich lediglich von Billigtarifen haben blenden lassen.

Eine Tatsache, die später zum Bumerang werden kann – wenn die Prämien für die private Krankenversicherung angepasst werden und es zu erheblichen Beitragssprüngen kommt. Gleichzeitig ist es als Familie ratsam, den PKV-Wechsel sehr präzise bzw. unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren durchzukalkulieren, da hier keine beitragsfreie Familienversicherung existiert.

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