PKV vs. GKV: Kassenvorstände erhalten geringere Bezüge

[19.12.2011] Gehälter von Vorständen stehen immer wieder in der Kritik. Ob Abfindungszahlungen in Millionenhöhe – bei gleichzeitiger Entlassungen von Arbeitskräften oder Vorstandsgehälter in der Krankenversicherung im sechsstelligen Bereich bei paralleler Leistungskürzung, Beitragsanpassung und Zusatzbeitrag – Leidtragende sind die Verbraucher. Einer aktuellen Analyse vom 16.12.2011 zufolge bleiben die Vorstände der Kassen aber hinter den Privaten zurück.

Vergleich beider Systeme schwierig

[Berlin] Einer Untersuchung der „Ärzte Zeitung“ zufolge zeigen sich gravierende Unterschiede der Vorstandsgehälter der privaten und gesetzlichen Versicherungsgesellschaften.

Jedoch ist eine strikte Trennung der Systeme hier notwendig, denn die gesetzlichen Regelungen unterscheiden sich gravierend. So flossen in dem privaten Versicherer Allianz PKV im Jahr 2010 4,47 Euro der Beiträge jedes Versicherten in die Gehälter der Vorstände, bei der Central aus Köln sind es noch 3,34 Euro.

Im Vergleich dazu sind die 28 Cent der Debeka verschwindend gering. Beim Blick auf die gesetzlichen Versicherungen sind Anteile von 6,8 Cent (DAK) oder 7 Cent – Barmer GEK und Techniker Krankenkasse – deutlich niedriger. Jedoch erklären Experten, dass beide Systeme zu unterschiedlich sind, um einer wirklichen Gegenüberstellung Stand zu halten.

Privat versus öffentliche Unternehmen

Diese Zahlen zeigen jedoch nur die unterschiedlichen Dimensionen. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Struktur der beiden Branchen sind die Zahlen an sich kaum vergleichbar. Seit 2005 gilt eine gesetzliche Richtlinie, die für Vorstände von gesetzlichen Kassenkassen Rahmenbedingungen enthält. So werden bei Gesellschaften mit 25.000 Versicherten Gehälter von 90.000 Euro empfohlen, bei 500.000 Versicherten von 140.000 Euro.

In der privaten Versicherungswirtschaft kommt auch die wirtschaftliche Lage des Unternehmens bei der Vergütung der Vorstände dazu. So wurden beispielsweise in der Debeka mit 2,1 Millionen Vollversicherten 594.176 Euro an Gehältern gezahlt, bei der DKV – 911.000 Versicherte – wurden 2,1 Millionen gezahlt. In den GKV-Unternehmen waren es bei 8,6 Millionen Versicherten (Barmer GEK) „nur“ 630.000 Euro und bei der TK mit 7,6 Millionen Versicherten 534.262 Euro.

 

 

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