PKV vs GKV: Familie mit Kinder sollte vergleichen

Private Krankenversicherung für Familien mit Kinder kann teuer werden

Ab 2011 sind laut Schätzung des PKV-Verbands rund 16.000 Angestellte und Arbeitnehmer samt ihrer Familie und den Kindern berechtigt, von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Möglich macht dies die Gesundheitsreform 2010, die für einen Wechsel in die private Krankenversicherung nur noch eine Wartezeit von einem Jahr statt drei Jahren vorsieht. Angestellte, die im Vorjahr ein Bruttoeinkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze bzw. Jahresarbeitsentgeltgrenze erzielen konnten, sind zum PKV Wechsel berechtigt. Doch besonders für Familien mit Kinder kann das ein teures Unterfangen werden. Denn im Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse bietet die private Krankenversicherung keine kostenlose Familienkrankenversicherung für die Kinder. Deshalb sollte vor einem Wechsel in die PKV ein Preisvergleich der Krankenversicherung durchgeführt werden.

Private Krankenversicherung (PKV) oder gesetzliche Krankenkasse (GKV) ?

Der nicht verdienende Ehegatte und eventuell vorhandene Kinder können in der gesetzlichen Krankenkasse kostenfrei in der Familienversicherung krankenversichert werden. Diese Möglichkeit bietet die private Krankenversicherung nicht.
In der PKV muss jedes einzelne Familienmitglied separat und kostenpflichtig versichert werden. Daher kann die GKV besonders für kinderreiche Familien eine Kostenalternative zur PKV darstellen. Die gesetzliche Krankenversicherung kann zudem über eine private Krankenzusatzversicherung in den Leistungen aufgestockt werden. Bei hohem Einkommen allerdings liegen die Vorteile klar bei der PKV. Denn im Vergleich zur GKV errechnen sich die Beiträge hier nicht anhand des Einkommens, sondern nur nach Faktoren wie Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand. Gesetzlich Versicherte zahlen dagegen einen pauschalen Beitragssatz von demnächst 15,5 Prozent vom Bruttolohn.

Fristen und Voraussetzungen bei der PKV für Kinder oder Neugeborene

Folgende Regeln gelten für die Private Krankenversicherung für Familien mit Kinder: Sind beide Elternteile privat krankenversichert, so kann das Kind entweder ebenfalls in der privaten Krankenversicherung oder aber in der freiwilligen gesetzlichen Krankenkasse versichert werden. Ist dagegen ein Elternteil in der gesetzlichen und der andere in der privaten Krankenversicherung, muss das Kind bei dem Elternteil krankenversichert werden, der über das höhere Einkommen verfügt. Eine Sonderregelung gibt es für Neugeborene in der PKV. Nach der Geburt des Baby haben die Eltern zwei Monate Zeit, das Kind in der PKV ohne Gesundheitsprüfung und damit ohne mögliche Ablehnung oder Zahlung von Risikoaufschlägen zu versichern. Zudem sind die Versicherungsbeiträge für Kinder in der privaten Krankenversicherung ab 2011 voll von der Steuer absetzbar und können in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Private Krankenversicherung Vergleich und Online PKV Rechner

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