PKV: Vorsicht bei Billigtarifen mit niedrigen Beiträgen

Seit Jahresbeginn gelten neue Regeln für den Wechsel in die private Krankenversicherung. Allerdings warnen Experten immer wieder vor allzu günstigen Tarifen, die mit niedrigen Beiträgen locken. Die Gefahren mit steigendem Alter lassen sich nur schwer einschätzen. Zumal die Leistungen nicht immer stimmen, unterm Strich vielleicht sogar hinter der GKV zurückbleiben.

PKV-Wechsel seit Januar einfacher

Für gesetzlich Versicherte ist die PKV das Land, in dem Milch und Honig fließen. Seit dem 01. Januar können Mitglieder der GKV, deren Einkommen im vergangenen Jahr über der Versicherungspflichtgrenze (49.950 EUR brutto) gelegen hat, wieder einfacher in die private Krankenversicherung wechseln.

Die Versicherer bemühen sich entsprechend fleißig um genau diesen Kundenkreis. Und tun dies mitunter über niedrige Beiträge.

Allerdings warnen Versicherungsexperten immer wieder vor einer Fixierung auf den Preis. Schließlich kommt es bei der privaten Krankenversicherung auf die Leistung an. Und diese will natürlich bezahlt werden. Ein Punkt, der bei Billigtarifen auf der Strecke zu bleiben droht. Wer in jungen Jahren gesund ist und gut verdient, kann Selbstbehalt und Beitragsanpassungen sicher verkraften. Im Alter wird dies aber meist schwieriger.

Beitragssteigerungen in der PKV

Denn je älter das Versicherungskollektiv in einem Tarifmodell wird, umso höher die Kosten. Und damit steigen die Beiträge. Wie „Stiftung Warentest“ festgestellt hat, können sich die Beiträge in dreißig Jahren verdreifachen. Wer mit 30 Jahren 150 Euro für die PKV aufbringt, muss mit 60, also kurz vor der Rente, schon 450 Euro in die Krankenversicherung investieren – pro Monat. Die Folge: Ältere Mitglieder der PKV können ihre Beiträge nicht mehr zahlen und müssen weitere Leistungseinbußen hinnehmen, bis hin zur reinen Notfallversorgung.

Beitrag und Leistung in der PKV abwägen

Experten raten vor einem Wechsel in die private Krankenversicherung daher allen Interessierten, die Beiträge und Leistungen vor Vertragsschluss genau abzuwägen. Es sollte dabei auch die Beitrags- und Einkommensentwicklung zukünftiger Jahre berücksichtigt werden. Wer den Beitrag für seinen PKV-Tarif schon heute nicht mehr aufbringt, kann womöglich in einen günstigeren Tarif seiner privaten Krankenversicherung wechseln.

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