PKV: Viele Fragen, wenig Antworten

Viele Medien stellen den Wechsel der Krankenversicherung als einfachen Schritt dar. Insbesondere seit ab Januar Arbeitnehmer wieder leichter in die PKV eintreten können, rührt die Branche kräftig die Werbetrommel. Und hofft auf ein boomendes Neukundengeschäft. Rein rechnerisch könnte man in der PKV mit rund 4,5 Millionen Neukunden rechnen. Allerdings werden Wechselwillige des Öfteren mit Fragen zum Versicherungswechsel allein gelassen.

Die PKV – eine Entscheidung fürs Leben

Ein wichtiger Punkt, der vielen Versicherten unter den Nägeln brennt, betrifft die Frage, ob nach einem Übertritt in die private Krankenversicherung ein Wechsel zurück in die GKV überhaupt noch möglich ist.
Wer sich für die PKV entscheidet, ist an dieses System mitunter das gesamte Leben gebunden. Denn die gesetzlichen Krankenkassen nehmen Privatversicherte nicht ohne Weiteres wieder auf. Nur in einem eng begrenzten Rahmen ist dieser Schritt zurück möglich. Angestellte können wieder zurück, wenn das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze (JAEG) sinkt, Selbständige, sobald sie einen Job mit entsprechend niedrigem Einkommen annehmen.

Altersrückstellungen – Mitnahme begrenzt möglich

Immer wieder ein Thema, das für Verwirrung beim Versicherungswechsel sorgt, sind die Altersrückstellungen. Letztere dienen dazu, im Alter die Beiträge niedrig zu halten. In der Vergangenheit fielen Rückstellungen beim Versicherungswechsel dem Versichertenkollektiv zu. Seit einigen Jahren gehen die Rückstellungen allerdings nicht komplett verloren. Wer jetzt in die PKV eintritt, kann bei einem späteren Wechsel zu einem anderen Anbieter einen Teil der Rückstellungen mitnehmen – allerdings nur in der Höhe, die den Rückstellungen für den Basistarif entspricht.

Präventive Gesundheitsmaßnahmen und Vorsorge

In der GKV werden Vorsorgebehandlungen teilweise von den Kassen übernommen. Wer sich für die private Krankenversicherung interessiert, wird natürlich auch eine entsprechende Vorsorge betrieben wollen. Aber nicht jede PKV übernimmt die Leistungen der Konkurrenz. Es lohnt sich daher immer, auch im Bereich der Vorsorge die interessanten Angebote genau zu prüfen. Lediglich den Beitrag nebeneinander zu halten wird der Tragweite dieser Entscheidung mit Sicherheit nicht gerecht.    

 

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