PKV: Versicherungsverband wehrt sich gegen Provisionskürzungen

Vor einiger Zeit gab die Bundesregierung bekannt, dass die Provisionen für Versicherungsmakler begrenzt werden sollen und fordert, die Stornohaftzeit auf fünf Jahre zu erweitern. Sollte dieser Vorstoß umgesetzt werden, will der Bundesverband der Deutschen Versicherungskaufleute sogar Klage einreichen und die Bundesregierung zur Not damit vom Eingriff in die Höhe der Maklerprovisionen abbringen.

Bundesregierung will Freiheit der Makler einschränken

In den vergangenen Jahren gab es des Öfteren Meldungen über hohe Provisionszahlungen an Versicherungsmakler – von teilweise bis zu 18 Monatsbeiträgen war die Rede. 

Des Weiteren gab es auch Vermittlungen im Jahresrhythmus, um erneut die Provisionen einzustreichen. Dieses Verhalten will die Bundesregierung unterbinden und fordert eine Begrenzung der Provisionen auf neun Monatsbeiträge, die Stornohaftzeit soll parallel auf fünf Jahre erweitert werden.

Der Bundesverband der Deutschen Versicherungskaufleute (BVK) will dies nicht kampflos hinnehmen. Bei der Auftaktveranstaltung der DKM – die größte und wichtigste Messe für das Finanz- und Versicherungswesen in Deutschland – in Dortmund, gab der Präsident des BVK, Michael Heinz, bekannt: „Wir lassen doch eine Branche nicht diskriminieren, weil es einige schwarze Schafe gibt.“ Im schlimmsten Fall würde der BVK auch nicht davor zurückschrecken, Klage gegen die geplanten Regelungen einzureichen.

Verbraucher leiden unter hohen Provisionen

Solange die Private Krankenversicherungen derart hohe Provisionen zahlen und die Stornohaftzeit bei lediglich einigen Monaten liegt, ist es für Makler natürlich profitabel, wenn ihre Kunden oft den Anbieter wechseln. Zum einen erhalten sie bei jedem Wechsel eine neue Provision und müssen zum anderen nach Ablauf der Haftung keine Rückzahlungen befürchten. Die Provisionen zahlen jedoch die Versicherten. Mit einer Erweiterung der Stornohaftzeit auf fünf Jahre schiebt die Regierung dem einen Riegel vor.

Der Bundesverband der Deutschen Versicherungskaufleute sieht in dem Plan der Regierung allerdings einen Eingriff in die unternehmerische Freiheit der Versicherungen. Für Michael Heinz bedeutet dies: „Wenn ein Vermittler mit einem Versicherer eine Courtage-Vereinbarung schließt, ist das allein unsere Sache.“ Inwieweit die Bundesregierung in die Arbeit der Versicherungen und Makler eingreifen darf, um die Verhältnismäßigkeit zu wahren, wird dann vermutlich in der Hand deutscher Richter liegen.

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