PKV: Verbraucherschützer unterstellen Versicherungen Abzocke

[07.12.2011] Der Verbraucherschützer Michael Wortberg ist erzürnt gegenüber einigen privaten Versicherungsanbietern und unterstellt ihnen „Abzocke“ im Bezug auf die Beitragserhöhungen für 2012. Massive Beitragserhöhungen bedrohen demnach die Existenz einiger Versicherter, besonders Rentner tragen schwer an den Beitragserhöhungen und können neben der Krankenversicherung kaum noch den Lebensunterhalt bestreiten. Besonders die Central Krankenversicherung steht in der Schusslinie – mit Beitragserhöhungen von bis zu 40 Prozent.

Verbraucherschützer entsetzt über Beitragsanpassungen

[Berlin] Der Verbraucherschützer Michael Wortberg – Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz – wird unter anderem im „Mannheimer Morgen“ mit der Aussage zitiert, dass er eine derartige Situation „noch nie erlebt“ habe.

Seit ein paar Tagen erhält Wortberg vermehrt Anfragen von verzweifelten Verbrauchern, welche die Beitragserhöhungen ab 01.01.2012 kaum stemmen können. Er berichtet von einem Beispiel, in dem einem Rentner eine Beitragserhöhung von 58 Prozent mitgeteilt wurde.

Verbraucherschützer gehen davon aus, dass besonders Rentner die massiven Beitragserhöhungen nicht verkraften können und im schlimmsten Fall in den Basistarif wechseln müssen. Für Michael Wortberg handelt es sich dabei um reine „Abzocke“ durch die Versicherer, er erklärte dazu: „Es kann nicht sein, dass die Misswirtschaft einiger Versicherer dazu führt, dass insbesondere ältere Versicherte im Ruhestand durch zu hohe Beiträge in den finanziellen Ruin getrieben werden.“

Central Krankenversicherung unter Beschuss

Besonders die Central Krankenversicherung ist derzeit deutlicher Kritik ausgesetzt, da sie teilweise erheblich Beitragsanpassungen bekannt gegeben hatte und mit dem Informationsschreiben durch unklare Formulierungen für zusätzlichen Ärger sorgt. So liegen nach Michael Wortbergs bisheriger Erkenntnis die durchschnittlichen Beitragserhöhungen bei rund 36 Prozent und nicht – wie von der Versicherung angegeben – bei 12,9 Prozent.

Den Versicherten stehen laut Michael Wortberg aber einige Rechte zu. So ist bei Beitrags- oder Selbstbeteiligungserhöhungen der Wechsel des Tarifes oder der Versicherungsgesellschaft möglich. Bei eventuell auftretenden Schwierigkeiten, über die immer wieder berichtet wird, raten Verbraucherschützer immer auf § 204 VVG zu verweisen, da in diesem den Verbrauchern der Tarifwechsel zugesichert wird.

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