PKV-Verband will medizinische Versorgung von Migranten verbessern

Medizinische Betreuung von Ausländern
Menschen mit Migrationshintergrund haben es in Deutschland in vielen Bereichen schwer. Aufgrund von Sprachproblemen haben nicht nur die Kinder der Migranten Probleme in der Schule, auch die medizinische Versorgung kann nicht optimal gewährleistet werden. Hiervon betroffen sind derzeit mehr als 16 Millionen Menschen, wovon etwa sechs Millionen Menschen aus der Türkei sowie der ehemaligen Sowjetunion stammen. Viele sind in der privaten Krankenversicherung ( PKV ) privatversichert.
Medizinische Betreuung von Migranten in der Muttersprache
Um die medizinische Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern, will der PKV-Verband nun Geldmittel zur Verfügung stellen, um eine Patientenberatung in der jeweiligen Muttersprache gewährleisten zu können. Hierfür beteiligt sich der Verband der privaten Krankenkassen an der unabhängigen Patientenberatung in Deutschland und stellt hierfür seit Jahresbeginn 364.000 Euro zur Verfügung.
PKV Verband mit finanzieller Unterstützung
Diese Gelder sollen gezielt für eine Betreuung der Migranten in ihrer jeweiligen Muttersprache eingesetzt werden. Der PKV-Verband wünscht sich dabei eine fremdsprachliche Beratung und Betreuung, die sowohl per Telefon wie auch vor Ort angeboten werden kann. Die Vor-Ort-Beratung sieht der Verband vor allem in den Ballungsräumen Berlin, Stuttgart und Dortmund als notwendig, da hier die Anzahl der Migranten überdurchschnittlich hoch ist.
DGSPJ hofft auf mehr Unterstützung
Die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin DGSPJ in Deutschland freut sich über das Engagement des PKV-Verbandes, befürchtet jedoch, dass die Gelder für die ambitionierten Projekte nicht ausreichen könnten. Dass die Gelder jedoch dringend notwendig sind, zeigt der Blick auf die derzeitige gesundheitliche Versorgung der Migranten-Kinder. Diese neigen deutlich häufiger als ihre deutschen Altersgenossen zu Fettleibigkeit, auch Anämien und psychische Störungen treten häufiger auf. Eine Behandlung gestaltet sich aber meist schwierig, was auch auf die sprachlichen Barrieren zurückzuführen sei.
DGSPJ fordert bundesweite Projekte für Migranten
Neben den Einzelprojekten, die in einigen Bundesländern bereits gute Erfolge erzielen konnten, wünscht sich die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin, dass die Angebote für Migranten in ganz Deutschland umgesetzt würden. Nur so sei es künftig möglich, den Migranten eine auf ihr Alter zugeschnittene medizinische Versorgung zu gewährleisten, auch könne ihnen so das Angebot an Prävention, Vorsorge und Früherkennung näher gebracht werden.
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