PKV-Verband: Umsetzung der Provisionsbegrenzung unausgereift

Seit einiger Zeit stehen die Provisionen, die Versicherungsmakler in der PKV-Branche erhalten, in der Kritik. Teilweise sollen bis zu 18 Monatsbeiträgen pro abgeschlossener Versicherung gezahlt worden sein. Die Bundesregierung will dem jetzt einen Riegel vorschieben. Der PKV-Verband begrüßt diese Regelungen, sieht aber Verbesserungsmöglichkeiten.

Erhöhung der Stornozeit

Dass Makler nach der Mindestlaufzeit von zwei Jahren den Versicherten neue Angebote verkaufen und damit eine weitere Provision erhalten können, ist einer der großen Kritikpunkte, die zur Umsetzung des neuen Gesetzes führten.

Diese Möglichkeit will die Bundesregierung jetzt stoppen, in dem sie die Stornohaftzeit auf 60 Monate ausweitet und Makler damit nichtmehr ohne Verluste aller zwei Jahre neue Versicherungen an den Mann bringen können.

Da die privaten Krankenversicherungen laut PKV-Verband aus kartellrechtlichen Gründen nicht in der Lage sind, derartige Regelungen selbst zu treffen, unterstützt der Verband die Bundesregierung in ihrem Bestreben, eine solche Regelung einzuführen. Eine derartige Regelung würde die Umdeckungen verhindern und den privaten Versicherern viel Geld sparen helfen. Auf der anderen Seite steht der PKV-Verband gerade der Umsetzung kritisch gegenüber und sieht Verbesserungsmöglichkeiten in dem Bereich der Deckelung der Provisionshöhe.

Wettbewerbsverzerrung vermeiden

Der PKV-Verband erklärte, dass einige Regelungen zu einer Wettbewerbsverzerrung führen könnten, dies jedoch durch verschiedene Wege des Tarif-Vertriebs unterbunden werden muss. Der PKV-Verband geht auch davon aus, dass eine kurzfristige Umsetzung der gesetzlichen Neuerungen nicht möglich ist. Denn durch die Neuregelungen müssen Beiträge neu kalkuliert und bestehende Verträge überarbeitet werden, was bei einer richtigen und gerechten Durchführung bis zum 1. Januar 2012 jedoch nicht möglich ist.

Der Verband appelliert hier an die Vernunft der Regierung und fordert den Vorzug von „Genauigkeit vor Schnelligkeit“. Der Vorschlag des PKV-Verbandes zielt daher auf eine Einführung zum Ende 2012 ab, denn hier treten mit Einführung der Unisex-Tarife bereits große Änderung in Kraft. Eine gleichzeitige Einführung würde den Verwaltungsaufwand minimieren und die Bundesregierung könnte durch die neu gewonnene Zeit Fehler korrigieren und die Umsetzung besser gestalten.

 

 

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