PKV-Verband: Nachhaltige Pflegereform von großer Bedeutung

Der Vorsitzende des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, Reinhold Schulte, sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Pflegevorsorge. Der Verband engagiert sich für den Aufbau einer ergänzenden kapitalgedeckten Pflegeversicherung.

Wichtiges Reformvorhaben

In einem Interview des Verband-Magazins „PKVpublik“ spricht Schulte davon, dass der Ausbau einer kapitalgedeckten Vorsorge in Deutschland eine richtige Antwort auf die demographische Entwicklung sei. „Wir haben es hier mit einer tickenden Zeitbombe zu tun“, so Schulte. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in der Zukunft rapide zunehmen, so dass bis 2050 etwa 4,5 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen sein werden. Bereits heute gibt es 2,4 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland. Eine nachhaltige Pflegereform sei nun jede Mühe wert, denn noch wäre ausreichend Zeit für eine entsprechende Vorsorge. Um die Bürger später vor einer finanziellen Überforderung im Pflegefall zu schützen, will sich der PKV-Verband tatkräftig für die Reform einsetzen.

Solider Kapitalstock der PKV

Nach Ansicht des PKV-Verbands kann die PKV in diesem Zusammenhang zu einer nachhaltigen Finanzierung der stetig steigenden Pflegekosten beitragen. Die Kapitaldeckung sei die Kernkompetenz der PKV, so Schulte im Interview. Allein die Altersrückstellungen der privaten Pflegeversicherung betrugen im vergangenen Jahr 24 Milliarden Euro, die Tendenz sei steigend. Die Kosten für eine kapitalgedeckte, zusätzliche Pflegevorsorge hält der Verbandsvorsitzende für überschaubar. Auch durch die von der Bundesregierung beschlossene staatliche Förderung würden die Beiträge für die Versicherte durchaus in einem angemessenen Rahmen liegen.

Staatliche Förderung der Pflege

Der PKV-Verband erhofft sich eine möglichst unbürokratische Förderung der Pflege, die den Bürgern Anreize für eine Risikoversicherung bietet. Steuervorteile oder staatliche Zuschüsse würden mehr Bürger motivieren, frühzeitig für den Pflegefall vorzusorgen. Vorrangig sollte es dabei nicht um individuelle Sparverträge gehen, so Schulte. Bedeutsam sei die Solidarität der Gesunden mit den Menschen, die gepflegt werden müssen. Mithilfe der PKV könnte eine generationsgerechte und nachhaltige Pflegevorsorge gewährleistet werden. Weil der Staat nicht auf die privatrechtlichen Geldreserven zugreifen kann, ist mit der PKV sichergestellt, dass die Kapitalanlagen den Pflegebedürftigen vorbehalten sind.

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