PKV-Verband: Gute Beratung ist gefragt

Eine gestern veröffentlichte Studie des Kieler Instituts für Mikrodaten-Analyse (IfMDA) und der Beratungsfirma PremiumCircle wirft einer Vielzahl der PKV-Tarife unzureichende Leistungen vor. Der PKV-Verband wies darauf hin, dass in der privaten Krankenversicherung von der Grundversorgung bis zum Premiumschutz alles möglich ist.

Mangelhafter Versicherungsschutz in der PKV

Die neue Studie „GKV/PKV-Systemgrenze: Bestandsaufnahme“ von IfMDA-Institutsleiter Dr. Thomas Drabinski und der Beratungsfirma PremiumCircle zeigt einige Mängel des deutschen Gesundheitssystems auf. Insbesondere an der privaten Krankenversicherung (PKV) ließen die Studienautoren kein gutes Haar, als sie ihre Untersuchung am gestrigen Montag in Berlin präsentierten. Vier von fünf PKV-Tarifen könnten nicht einmal den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) garantieren, lautet das Ergebnis der Studie. Doch auch die GKV wurde nur bedingt gelobt: Hier gäbe es ein grundlegendes Nachhaltigkeitsproblem, so die Autoren.

Schlechte Beratung für PKV-Kunden

„Die Vermittler sind das Hauptproblem“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter der PremiumCircle Deutschland GmbH, Claus-Dieter Gorr, im Rahmen der Präsentation. Die Beratungsqualität der Versicherungsexperten ließe an vielen Stellen zu wünschen übrig, zudem würden die PKV-Produkte durch die Billigtarife immer stärker zu einem reinen Vertriebsprodukt, das für die Kunden letztlich nicht mehr zu durchschauen ist. Für Neukunden sei auch die Höhe der Maklerprovisionen nicht erkennbar, kritisieren Gorr und Drabinski.

Beste PKV-Anbieter

In der vorgestellten Untersuchung schnitten die PKV-Anbieter Mannheimer Versicherungen und R+V Versicherung AG noch am besten ab. Die Studienautoren hatten 85 Kriterien erarbeitet und die PKV-Tarife von insgesamt 32 privaten Versicherungsunternehmen mit dem Leistungsangebot der gesetzlichen Kassen verglichen. Insgesamt ist das Geschäftsmodell der PKV intransparent, erklärten die Studienautoren und forderten vom Gesetzgeber die Einführung von Mindeststandards für die Branche.

Gute Beratung nutzen

Der Direktor des PKV-Verbandes, Dr. Volker Leienbach, wies darauf hin, dass es in der privaten Krankenversicherung anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung für die Kunden möglich sei, den eigenen Versicherungsschutz individuell zusammenzustellen. Von der Grundversorgung bis zum absoluten Top-Schutz wäre alles möglich, so Leienbach. Die PKV-Kunden müssten darauf achten, dass ihr Tarif keine für sie notwendigen Leistungen ausschließe. „Eine notwendige Voraussetzung dafür, dass dies nicht passiert, ist natürlich eine gute Beratung“, erklärte er laut Versicherungsjournal. Interessierte sollten deshalb großen Wert darauf legen, von einem unabhängigen und qualifizierten Fachmann beraten zu werden.

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