PKV-Verband: Einheitsversicherung „grundlose Radikaloperation“

Scharfe Kritik hat der PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach gegenüber dem 10-Punkte-Plan der Bertelmann Stiftung und des Verbraucherzentrale Bundesverbands geäußert. Dieser sieht vor, die gesetzliche und die private Krankenversicherung in eine integrierte Krankenversicherung zusammenzuführen. Für Leienbach gefährde diese „Radikaloperation“ grundlos das deutsche Gesundheitswesen.

Einheitsversicherung in der Kritik

Der 10-Punkte-Plan ließe sich „ohne Weiteres 10 mal 10 Punkte berechtigt kritisieren“, kommentierte Volker Leienbach vom PKV-Verband den Vorschlag der Bertelsmann Stiftung und des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zur Einheitsversicherung. Wie finanzen.de berichtet, kritisiert Leienbach vor allem, dass die Idee von einer Verbraucherzentrale kommt. Seiner Meinung nach könnten mit der Einheitsversicherung Verbraucherrechte verletzt werden. Darauf weise der vzbv jedoch nicht hin.

GKV und PKV in integrierte Krankenversicherung zusammenführen

Mit dem Plan der beiden Organisationen weht der privaten Krankenversicherung (PKV) erneut Gegenwind entgegen. Denn auch die Parteien SPD, Linke und Grüne fordern ein Ende der PKV mit der Einführung einer Bürgerversicherung. Nach den Vorschlägen der Stiftung und des vzbv dürfen Neuversicherte nicht mehr in die PKV eintreten, sondern nur in die Einheitsversicherung. Für die Beitragsbemessung könnte künftig nicht nur das Gehalt berücksichtigt werden, sondern auch andere Einkünfte, etwa aus Mieteinnahmen. Beamten und Selbständigen wird ein spezieller Tarif eingerichtet, der unter anderem die Beihilfe berücksichtigt. Die integrierte Krankenversicherung soll sich an der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) orientieren.

PKV wehrt sich gegen Einheits- und Bürgerversicherung

Die private Krankenversicherung muss sich immer wieder der Kritik stellen, zu teuer zu sein. Dies ist ein Grund, warum beispielsweise die SPD die Abschaffung der PKV fordert. Gerade für ältere Versicherte seien die Beitragssteigerungen untragbar. Der vzbv-Chef Gerd Billen ist der Meinung, dass die integrierte Krankenversicherung in Anbetracht der gestiegenen PKV-Beiträge auch für die privat Krankenversicherten von Interesse sei. Leienbach wies hingegen in der Stellungnahme des PKV-Verbands darauf hin, dass es in den Ländern mit einheitlichem Versicherungssystem „in der Praxis gravierende Ungleichheiten, Rationierungen und eine Versorgung nach dem Geldbeutel“ gebe. Für den PKV-Verbandsdirektor hat Deutschland „eines der besten Gesundheitssysteme weltweit.“

 

 

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr