PKV und GKV steuern auf Einheitskasse zu

SPD und Linke haben in den letzten Wochen durchexerziert, was die private Krankenversicherung erwartet, wenn es in Berlin zum Machtwechsel kommt. Die Kritiker von Bürgerversicherung und GKV schäumten vor Wut. Und zogen die Trumpfkarte des funktionierenden Systems PKV. Allerdings nur für die Öffentlichkeit. Hinter verschlossenen Türen sind sich laut „Wirtschaftswoche“ die Beteiligten im Klaren darüber, dass die 2-Säulen-Wirtschaft über kurz oder lang auf´s Abstellgleis rollt.

Das System PKV und GKV

Deutschland leistet sich nach Ansicht einiger kritischer Experten einen ungewöhnlichen Luxus – ein Gesundheitssystem, das auf zwei unterschiedlichen Systemen ruht.

Auf der einen Seite steht die PKV, auf der anderen die GKV. Beide Varianten nehmen für sich in Anspruch, das bessere Versicherungssystem zu sein. Allerdings nehmen die Probleme seit einigen Jahren überhand. Immer mehr alte und teure Patienten müssen von wenigen Beitragszahlern gestützt werden.

Folgerichtig steigen die Ausgaben – in der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung. Unterm Strich steigen also die Beiträge für alle Versicherten. Insbesondere Privatversicherte stöhnen seit Jahren über diese Entwicklung. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Denn ein bunter Mix aus Verwaltungskosten, steigenden Arzt- und Arzneimittelrechnungen sowie Heilbehandlungen zieht die Kostenschraube weiter an. Aber auch in der GKV sind die Probleme nicht kleiner. 2011 könnte ein historisches Jahr durch die mögliche Schlie0ung der City BKK werden.

Das Modell Einheitskrankenkasse

Eine Lösung für das Dilemma könnte sich die Bundesregierung, egal welcher Couleur, bei unseren niederländischen Nachbarn abschauen. Hier gibt es seit einigen Jahren keine gesetzliche und private Krankenversicherung mehr. Arbeitnehmer, Selbständige und Freiberufler sind in einem einheitlichen System gegen Krankheit versichert. Der Clou: Deutschland könnte bekannte Klippen und Kinderkrankheiten bei der Einführung eines solchen Systems umschiffen.

Beteiligte müssen an einen Tisch

Allerdings müssen dazu alle Beteiligten an einen Tisch. Bislang beharken sich allerdings PKV und GKV immer noch kräftig. Der Stimmungswandel scheint aber laut einem Bericht der „WiWo“ bereits einzusetzen. Mehrfach, so das Wirtschaftsblatt, haben private Krankenversicherung und GKV bereits an einem Tisch gesessen, um die dringenden Probleme der Zeit gemeinsam auszuloten.

 

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