PKV und GKV haben ähnlich hohe Ausgaben

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) haben sich in der ambulanten Arztbehandlung in den letzten elf Jahren angeglichen. Grund dafür ist auf Seiten der GKV vor allem der Wegfall der Praxisgebühr. Die PKV verzeichnet hingegen Mehrausgaben vom Jahr 2012 auf das Jahr 2013 von 4,8 Prozent für jeden Versicherten.

Die gesetzlichen Krankenkassen und die Anbieter privater Krankenversicherungen unterscheiden sich nach wie vor in Bezug auf Leistungen und Preise. In den vergangenen Jahren gab es allerdings vor allem im Bereich ambulanter Arztbehandlung Annäherungen der Ausgaben für Patienten. Doch auch wenn sich die Kosten in manchen Sektoren angleichen, heißt das nicht, dass auch die Aufwendungen identisch sind. Der Zahlenbericht der privaten Krankenversicherung 2013 betont, dass die PKV nach wie vor deutlich mehr leistet als die GKV.

PKV und GKV: Hier unterscheiden sich die Ausgaben

In den Bereichen Krankenhausbehandlung, Zahnbehandlung und Zahnersatz sowie bei Medikamenten und Verbandmittel haben die Leistungen der PKV eindeutig die Nase vorn. Die Ausgaben der PKV sind von 2003 bis 2013 in diesen Sparten viel stärker gestiegen als in der GKV, wie der Zahlenbericht der privaten Krankenversicherung 2013 bekannt gibt. Insgesamt sind die Ausgaben der GKV gegenüber der PKV allerdings um einige Prozentpunkte gestiegen. So hat die gesetzliche Krankenversicherung im Jahr 2013 beispielsweise für Zahnleistungen 7,3 Prozent mehr Geld ausgegeben als im Vorjahr. Die private Krankenversicherung hingegen hatte im gleichen Bereich nur Mehrausgaben von 5,9 Prozent.

Die geringfügig höheren Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind aber kein Merkmal für bessere Leistungen. Sie sind beispielsweise auf den Wegfall der Praxisgebühr zurückzuführen. Denn nun nehmen wieder mehr gesetzlich Krankenversicherte Leistungen von Ärzten in Anspruch.

PKV und GKV unterscheiden sich in Leistungen

Die geringere preisliche Steigerung in den Bereichen Zahnleistungen und ambulanter Versorgung zeigt nicht, dass die gesetzlichen Krankenkassen mit ihren Leistungen denen der privaten Anbieter Konkurrenz machen. Bei stationären Behandlungen verzeichnet die PKV beispielsweise einen Zahlungsanstieg von 4,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2012 und die GKV nur 3,9 Prozent. Für alle Leistungsbereiche betragen die Krankheitskosten für die PKV im Jahr 2013 jedoch nur 4,9 Prozent mehr als im Jahr 2012. Auf Seiten der GKV nahmen die Kosten um 5,3 Prozent zu. Doch auch diese Gesamtübersicht kann keine Aussagen über die Qualität der Aufwendungen der privaten Krankenversicherungen treffen. Sie überzeugen nach wie vor durch individuelle Tarife und sehr guten Leistungen für Versicherte.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr