Krankenversicherungen im Test: 20 Prozent aller E-Mails nicht beantwortet

Eine Untersuchung des Institutes für Service-Qualität im Auftrag von „n-tv“ hat ergeben, dass die Anbieter von privaten Krankenzusatzversicherungen im Vergleich zum Vorjahr kaum Fortschritte in der Sparte Service gemacht haben. Sie bekamen im Durchschnitt die Note „befriedigend“. Schwächen zeigten vor allem die Beratung und der Kontakt per E-Mail. Hier wurden 20 Prozent der Anfragen nicht beantwortet.

Versicherer gehen zu wenig auf Wünsche ein

Die Bewertung bescheinigt den Versicherungen nicht aufgrund der Freundlichkeit oder Qualität der Beratungen eine nur befriedigende Leistung, sondern wegen des Eingehens auf die Wünsche und Erwartungen der Kunden.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass nur bei jeder zweiten Beratung produktiv und hilfreich auf die Wünsche der Testkunden eingegangen wurde.  Noch gravierender werden die Mängel beim Kontakt auf dem elektronischen Weg. Im PKV-Test wurden über 20 Prozent der via E-Mail versendeten Anfragen gar nicht beantwortet und nur bei rund 33 Prozent wurde eine aus- und hilfreiche Antwort abgegeben.

Besonders wenn es um die Tarifwahl geht, empfiehlt der Geschäftsführer des Institutes, Markus Hamer, eine gründliche und ausführliche Suche. Der Test hat gezeigt, dass die Preise in der Branche starken Differenzen unterlegen sind. So wird als Beispiel die Zusatzversicherung für eine stationäre Behandlung genannt. Hier schwanken die Preise für einen Mann Mitte 30 zwischen 25,06 Euro und 57,45 Euro. Ein gründlicher Krankenzusatzversicherung Vergleich lohnt sich fast immer.

Aber nicht nur bei den Krankenzusatzversicherungen sollte man Tarife sorgfältig wählen. Auch Krankenvollversicherungen bieten unterschiedliche Preise und Leistungen, so dass auch hier genaue Informationen und ein unabhängiger Vergleich große Ersparnisse mit sich bringen können.

Testsieger sind über ganze Branche verteilt

Als Testsieger ging bei der Untersuchung die Ergo Direkt Versicherung hervor, welche in den Bereichen Service und Auslandskrankenschutz Platz eins belegen konnte. Im Bereich stationärer Zusatzpolicen hatte die HUK-Coburg das beste Produkt zu bieten, beim Zahnzusatz die Barmenia.

Insgesamt hat das Institut 20 private Versicherer untersucht und bei jedem Versicherer 31 Kontaktanfragen durchgeführt. Diese wurden auf telefonischem Weg, via E-Mail und über die Homepage der Versicherungen abgewickelt. Gerade die Schwächen beim Kontakt per E-Mail zeigen, dass die Branche hier scheinbar Nachholbedarf hat.

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