PKV: Studie zur Arzneimittelversorgung von Privatpatienten

Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat eine Studie veröffentlicht, in der die Versorgung von privat Versicherten mit Arzneimitteln aus dem Jahr 2010 dargestellt wird. Die Untersuchung zeigt, dass die Arzneimittelausgaben in der PKV deutlich gestiegen sind.

Für die Studie „Arzneimittelversorgung der Privatversicherten 2010 – Zahlen, Analysen, PKV-GKV-Vergleich“ wertete das WIP über 44,6 Millionen Arzneimittelverordnungen aus, die bei insgesamt zwölf privaten Krankenversicherern zur Kostenerstattung eingereicht wurden. Nach Angaben des Instituts repräsentiert die Untersuchung dadurch die Arzneimittelversorgung von rund 62 Prozent aller privat Versicherten.

Weniger Verordnungen, gestiegene Arzneimittelausgaben

Während die Kosten für Arzneimittel pro Versichertem im Jahr 2005 noch bei 214,74 Euro lagen, verzeichnen die privaten Versicherer für das Jahr 2010 bereits 270,41 Euro pro Privatpatient. Im Vergleich zum Vorjahr ermittelte das WIP einen Kostenanstieg von 2,2 Prozent. Das Kölner Institut weist darauf hin, dass den steigenden Arzneimittelausgaben sinkende Verordnungszahlen gegenüberstehen. Insbesondere die Verordnungszahlen von Erkältungsmitteln, Antibiotika und homöopathischen Medikamenten gingen zurück.

Der höchste Preisanstieg in den letzten Jahren wurde bei verschreibungspflichtigen Medikamenten registriert, die in der gesetzlichen Krankenversicherung keinen Festbetrag haben. Gesunken ist dagegen der Anteil von Medikamenten, die nicht verschreibungspflichtig sind. Studienleiter Dr. Frank Wild betont jedoch, dass die nicht-verschreibungspflichtigen Medikamente nach wie vor über ein Drittel aller zur Erstattung eingereichten Verordnungen in der PKV ausmachen.

PKV im Vergleich zur GKV

In der gesetzlichen Krankenversicherung lagen die Arzneimittelkosten pro Versicherungsnehmer im Jahr 2010 bei 432,36 Euro. Dieser deutlich höhere Betrag ist nach Angaben des WIP darauf zurückzuführen, dass bei beihilfeberechtigten Versicherungsnehmern in der PKV ein höherer Kostenanteil von der Beihilfe übernommen wird. Anders als in der PKV lag der Anstieg der Arzneimittelkosten in der GKV 2010 jedoch nur bei einem Prozent. Als Grund für diesen geringeren Kostenanstieg verweist das WIP auf den erhöhten Herstellerrabatt, den die GKV anders als die PKV bereits seit August 2010 einfordern durfte.

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